Direkt zum Inhaltsbereich

Neuer Dopamin-Agonist zögert Therapie mit L-Dopa hinaus

Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG (ner). Mit Piribedil gibt es seit kurzem in Deutschland ein neues Antiparkinson-Mittel. Der nicht-ergoline Dopamin-Agonist hat in Studien bei Patienten im frühen Stadium der Krankheit eine L-Dopa-Therapie deutlich hinausgezögert. Und in einer Vergleichsstudie war die Arznei ähnlich gut wirksam wie Bromocriptin.

Piribedil war als Arznei gegen zentrale und periphere Durchblutungsstörungen im Handel. Vom Unternehmen Desitin wurde der Dopamin-Agonist jetzt als Clarium® zur Parkinsontherapie eingeführt. Die Arznei ist bei frühen und fortgeschrittenen Parkinson-Stadien zur Mono- und zur Kombinationstherapie mit L-Dopa zugelassen.

Die Wirksamkeit wurde etwa in der Multicenterstudie REGAIN× bei mehr als 400 Patienten mit frühem Morbus Parkinson (Stadium I bis III) als Monotherapeutikum gegen Placebo geprüft. Sieben Monate nach Therapiebeginn hatte sich der Wert auf der motorischen Parkinsonskala UPDRS-III mit Piribedil im Schnitt von 25,9 um 4,9 Punkte gebessert, dagegen kam es in der Placebo-Gruppe von 23,1 zu einer Verschlechterung um durchschnittlich 2,6 Punkte. Der Unterschied war signifikant, berichtet Dr. Olivier Rascol aus Toulouse in Frankreich (Movement Disorders 21, 2006, 2110). Die Ansprech-Rate (Verbesserung um mehr als 30 Prozent vom UPDRS-III-Ausgangswert) war mit 42 versus 14 Prozent ebenfalls signifikant besser.

Das spiegelte sich auch in den Aktivitäten des täglichen Lebens wider (UPDRS-II-Wert). Eine zusätzliche Levodopa-Behandlung benötigten nach sieben Monaten 17 Prozent der Patienten in der Verumgruppe und 40 Prozent der Patienten mit Placebo.

Die Verträglichkeit des Dopaminagonisten hat Rascol als gut bewertet. 7,5 Prozent der Verum-Patienten und 2 Prozent aus der Kontrollgruppe beendeten die Therapie wegen unerwünschter Wirkungen. Meist waren das gastrointestinale Symptome oder psychiatrische Störungen.

Im Direktvergleich mit Bromocriptin hat sich Piribedil zudem als ähnlich effektiv erwiesen.

In einer Studie waren bei 425 Patienten mit frühem idiopathischem Morbus Parkinson die Wirkstoffe (Piribedil 150 mg/d, Bromocriptin 25 mg/d) mit Levodopa kombiniert worden, berichtet Dr. Alexandre Castro-Caldas aus Lissabon (Movement Disorders 21, 2006, 500). Nach einem Jahr war in beiden Gruppen der UPDRS-Wert um acht Punkte besser, die Ansprechraten lagen zwischen 55 und 58 Prozent.

×REGAIN: Early Treatment of Idiopathic PD with the Dopaminergic Agonist Trivastal 50 Retard in Monotherapy.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Topische Therapie

Betablocker gegen Glaukom erhöhen nicht das Parkinson-Risiko

α-Synuclein-Abbau fördern

Parkinson: Wieso guter Schlaf besonders präventiv wirkt

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Dr_Microbe / stock.adobe.com

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Fünf Jahre orale Therapie mit Risdiplam

Breite Anwendbarkeit bei 5q-assoziierter SMA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck

US-Datenbank-Analyse

Hochdosierter Influenza-Impfstoff könnte Demenz vorbeugen

Erfolgreiche Überbrückung bis zur Transplantation

Schwer an ARDS Erkrankter überlebt Entfernung beider Lungenflügel

Lesetipps
Ein Mann liegt im Bett und schaut auf sein Handy.

© Andrii Lysenko / Stock.adobe.com

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt