Infektionen

Neues Mittel schützt Immunsupprimierte vor invasiven Pilzen

BERLIN (sko). Nach einer Stammzelltransplantation bietet die Prophylaxe mit dem neuen Azolderivat Posaconazol einen effektiven Schutz vor invasiven Mykosen. Eine Studie hat jetzt belegt, daß ein großer Teil der Infektionen durch diese Therapie verhindert werden kann.

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Erhalten Patienten eine allogene Stammzelltransplantation, sind sie aufgrund der erforderlichen Immunsuppression durch invasive Mykosen besonders bedroht.

Ob das Antimykotikum Posaconazol diese Patienten vor der Infektion schützen kann, sollte in einer Studie mit 600 Patienten geprüft werden, die Privatdozent Dr. Oliver Cornely von der Universitätsklinik Köln beim Krebskongreß in Berlin vorgestellt hat.

Die Patienten, die bereits eine schwere Graft-versus-Host-Reaktion (GvHD, Spender-gegen-Empfänger-Krankheit) hatten, erhielten entweder vier Mal täglich 400 mg Fluconazol oder dreimal täglich 200 mg Posaconazol (Noxafil®).

Endpunkt der Studie war eine invasive Mykose innerhalb von 112 Tagen. Bei der GvHD greifen die übertragenen Zellen Organe des Empfängers an - bei manchen Patienten so stark, daß es zu einem Organversagen kommen kann.

Bei Patienten, die in der Studie das neue Azolderivat einnahmen, erkrankten sieben an einer invasiven Mykose, in der Fluconazol-Gruppe waren es 22 Patienten. Dabei wurde dieser Unterschied hauptsächlich durch eine Aspergillus-Infektion begründet.

Diese Infektion trat bei drei Patienten in der Posaconazol-Gruppe und bei 17 in der Fluconazol-Gruppe auf. Auch die Sterberate aufgrund einer invasiven Mykose war mit einer Posaconazol-Therapie geringer (ein versus vier Prozent).

"Das ist die erste randomisierte Studie, die belegt, daß eine effektive Prophylaxe invasiver Mykosen bei Patienten nach Stammzelltransplantation mit schwerer GvHD möglich ist", sagte Cornely bei der von dem Unternehmen Essex Pharma unterstützten Veranstaltung. Diese Erkenntnis habe sich jedoch noch nicht in Empfehlungen niedergeschlagen, da die Ergebnisse noch nicht publiziert seien, so der Infektiologe.

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