Neuropathieschmerz wird rasch gelindert

BERLIN (hbr). 20 bis 30 Prozent aller Diabetiker entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung eine periphere Neuropathie mit chronischen Schmerzen an Füßen und Beinen oder auch an Händen und Armen. Duloxetin kann die oft quälenden Schmerzen deutlich verringern. Schon nach einer Woche werden damit die Beschwerden deutlich gelindert.

Veröffentlicht:

In zwei Phase-III-Studien mit 550 Diabetikern ist die Wirksamkeit von Duloxetin (Cymbalta®) gegen Neuropathie-Schmerzen belegt worden. Das hat Dr. Michael Jecht vom Berliner Krankenhaus Havelhöhe berichtet. Schon nach kurzer Zeit zeigten sich die Erfolge der medikamentösen Therapie: "Es war eine deutliche Senkung der Schmerzintensität zu verzeichnen", so Jecht beim Symposium für praktische Diabetologie in Berlin.

Der Vorteil der Analgesie im Vergleich zu einer Therapie mit Placebo war schon nach der ersten Woche signifikant und nahm dann weiter zu, sagte Jecht bei einer Veranstaltung des Unternehmens Lilly. Die Patienten wurden dabei mit 60 bis 120 mg Duloxetin täglich behandelt. Die höhere der beiden Dosierungen brachte den Patienten noch eine geringe zusätzliche Schmerzlinderung.

Einschleichende Therapie vermindert Übelkeit

Häufigste unerwünschte Arzneimittel-Wirkung (UAW) der Behandlung mit Duloxetin war Übelkeit. Darunter habe zu Beginn der Behandlung jeder vierte Patient gelitten, so der Diabetologe. Die Beschwerden waren aber nach zwei Wochen meist wieder verschwunden. Weitere häufige UAW sind unter anderem Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel sowie Angst, Nervosität und Hitzewallungen. Übelkeit lässt sich nach Angaben von Jecht deutlich reduzieren, wenn die Patienten in der ersten Woche nur 30 mg Duloxetin täglich einnehmen.

Die Patienten sollten dann aber wissen, dass der Schmerz damit noch nicht zurückgeht. Die Dosis kann direkt auf 60 mg gesteigert werden, wenn in den ersten Tagen keine unerwünschten Wirkungen bemerkt werden, berichtete der Diabetologe.



Die Studien in Kürze

Frage: Kann Duloxetin Neuropathie-Schmerzen bei Diabetikern stärker lindern als Placebo?

Methode: An den beiden Phase-III-Studien mit Duloxetin nahmen über 550 Patienten teil. Sie hatten im Mittel seit vier Jahren neuropathische Schmerzen: Die mittlere Stärke lag bei knapp sechs Punkten auf einer Zehn-Punkte-Analog-Skala. Die Patienten erhielten zwölf Wochen ein- oder zweimal täglich 60 mg Duloxetin oder Placebo. Zusatzmedikation mit Paracetamol war erlaubt.

Ergebnis: Schon nach einer Woche wurden mit dem Verum die Schmerzen signifikant stärker gelindert als mit Placebo. (hbr)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Zunehmend Evidenz für additive Therapien

Insulinresistenz auch bei Typ-1-Diabetes in den Fokus nehmen!

Wenn keine Atherosklerose vorliegt

Wirken PCSK9-Hemmer bei Diabetes?

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neue Empfehlung

Zwei Biomarker werden bei Asthma zum Standard

Krebsprävention

HPV und seine Folgen: Mit diesen Antworten beruhigen Sie Patienten

Tipps zur Übergabe

Verkauf geplant? So steigern Sie den Wert Ihrer Praxis

Lesetipps
Eine Ärztin zeigt einer Patientin eine Kanüle.

© Angelov / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

Vierte Säule

Diese Impfungen sind wichtig für die kardiovaskuläre Prävention