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Aktionstag am 22. Juni

Nierenkrebs im Fokus

Aus Anlass des ersten Welt-Nierenkrebs-Tages weise Urologen auf Optionen der Prävention hin.

Veröffentlicht:

BERLIN. Rund 16.500 Neuerkrankungen an Nierenkrebs erwartet das RKI für 2016. Früh erkannt, ließen sich Betroffene gut behandeln und die Prognose sei meist günstig, erinnern die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) aus Anlass des "Welt-Nierenkrebs-Tages" am 22. Juni.

DGU und BDU weisen jedoch zugleich auf die Bedeutung der Prävention hin – und damit besonders Fragen des individuellen Lebensstils. Der Welt-Nierenkrebs-Tag ist eine Initiative der Internationalen Nierenkrebs-Koalition (IKCC), eines weltweiten Netzwerkes aus 30 Nierenkrebs-Organisationen.

"Die Ursachen für die Entstehung von Nierenkrebs, zu 90 Prozent handelt es sich dabei um Nierenzellkarzinome, sind noch nicht geklärt. Aber es gibt Risikofaktoren wie etwa Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und Mangel an körperlicher Aktivität, die laut S3-Leitlinie zum Nierenkrebs als begünstigend erkannt sind. Diese Faktoren sind beeinflussbar, und hier sollte Prävention ansetzen", wird BDU-Präsident Dr. Axel Schroeder zitiert.

Nicht modifizierbare Risikofaktoren seien terminale Niereninsuffizienz und erbliche Vorbelastung, die jedoch selten vorkomme. "Umso mehr Bedeutung erhält eine gesunde Lebensführung bei der Prävention von Nierenkrebs."

Im frühen und im lokal fortgeschrittenen Stadium machen Nierentumoren keine Symptome. Sie werden bei Ultraschalluntersuchungen des Bauchraumes oft eher beiläufig entdeckt, woran stetig verbesserte bildgebende Verfahren ihren Anteil haben. Treten bereits Beschwerden, etwa Schmerzen im seitlichen Rückenbereich oder blutiger Urin, auf, ist der Krebs häufig schon weit fortgeschritten und hat oft bereits Metastasen gestreut.

Obwohl das statistische Durchschnittsalter bei der Erstdiagnose von Nierentumoren relativ hoch ist – bei Männern sind es 68, bei Frauen 72 Jahre – befindet sich das Karzinom bei seiner Entdeckung in 75 Prozent aller Fälle noch in einem frühen Stadium mit entsprechend günstiger Prognose für den Krankheitsverlauf.

Sowohl Nierentumoren im frühen und lokal fortgeschrittenen Stadium als auch Nierenkrebs im metastasierte Stadium werden nach der ärztlichen S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms behandelt, die 2015 federführend von der DGU und von der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) erstellt und gerade aktualisiert worden ist. Das Spektrum der Therapieoptionen ist breit und spannt sich von aktiver Überwachung über verschiedene Op-Verfahren bis zu komplexen systemischen Therapien.

"Im frühen oder lokal fortgeschrittenen Stadium sind Op's, minimal-invasiv und nach Möglichkeit organerhaltend, immer noch alternativlos. Regelmäßige, risikoadaptierte Nachsorgeschemata gemäß der S3-Leitlinie, gilt es bei der Nachsorge operierter Patienten zu berücksichtigen, um Rezidive gegebenenfalls früh zu erkennen. Ablative Therapien wie etwa die Radiofrequenzablation, bei der durch Hitzeentwicklung eines hochfrequenten Stroms gezielt Gewebe zerstört wird, müssen sich weiter beweisen", so DGU-Sprecher Professor Christian Wülfing in der Mitteilung.

"Für die metastasierten Tumoren sind inzwischen zehn Medikamente zugelassen. Durch gezielte Krebstherapie, die ,targeted therapy‘, und kluge Kombination neuer Präparate werden die Überlebenszeiten der Patienten länger." (mal)

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