Nobelpreis für drei Immunologen

STOCKHOLM (ars). Bruce A. Beutler aus den USA, der in Luxemburg geborene Jules A. Hoffmann und Ralph M. Steinman aus Kanada (gestorben am 30. September) teilen sich den Medizin-Nobelpreis 2011. Beutler und Hoffmann erhalten die Hälfte des Preisgelds von umgerechnet 1,1 Millionen Euro für die Entdeckung der angeborenen Immunität. Steinman wurde für die Entdeckung der dendritischen Zellen ausgezeichnet, die das Immunsystem aktivieren.

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Die diesjährigen Medizin-Nobelpreisträger Bruce Beutler, Jules Hoffmann und Ralph Steinman (gestorben am 30. September 2011).

Die diesjährigen Medizin-Nobelpreisträger Bruce Beutler, Jules Hoffmann und Ralph Steinman (gestorben am 30. September 2011).

© dpa

Wie das Karolinska-Institut am Montag mitteilte, wird die höchste Auszeichnung für Ärzte für die Aufklärung von Schlüsselprinzipien des Immunsystems verliehen.

Die wichtigste praktische Bedeutung sei, dass sich daraus völlig neue Werkzeuge zur Entwicklung maßgeschneiderter Impfstoffe ergeben. Die Impfstoffindustrie auf der ganzen Welt habe wohl ihre Erkenntnisse verarbeitet. Auch die Krebsbekämpfung profitiere, sagte der schwedische Genetik-Professor und Vizechef des Medizin-Nobelkomitees am Stockholmer Karolinska-Institut, Urban Lendahl.

Die drei Forscher hätten nicht zusammengearbeitet, sondern parallel und unabhängig auf verschiedenen Feldern geforscht, mit Fruchtfliegen und Mikroorganismen.

Alle drei Preisträger entdeckten, wie die beiden Komponenten des Immunsystems, das angeborene und erworbene, aktiviert werden und lieferten damit neue Einsichten in Krankheitsmechanismen.

Steinman, der die Auszeichnung nicht mehr erlebte, er starb am 30. September, entdeckte die dendritischen Zellen und ihre Fähigkeit, die erworbene Immunität zu regulieren. Obwohl laut Statuten der Nobelpreis nicht posthum zuerkannt werden kann, blieb die Jury bei ihrer Entscheidung.

Beutler und Hoffmann fanden Rezeptorproteine, die Mikroorganismen als fremd erkennen und die die angeborene Immunabwehr stimulieren. Die Funde lösten eine "Explosion" von Studien aus.

Ungefähr ein Dutzend verschiedener Toll-Like-Rezeptoren sind bei Menschen und Mäusen identifiziert. Menschen mit bestimmten Mutationen in diesen Rezeptoren sind vermehrt anfällig für chronische inflammatorische Krankheiten.

Damit haben die Preisträger neue Wege geöffnet für die Prävention und die Therapie gegen Infektionen, Krebs und entzündliche Erkrankungen. Indem sie Schüsselprinzipien für die Aktivierung des Immunsystems entdeckten, hätten sie das Verständnis vom Immunsystem revolutioniert, teilt das Nobelpreiskommitee mit.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Neue Wege für Prävention und Therapie bei Infekten, Krebs und Immunkrankheiten Medizin-Nobelpreis für einen Toten - es bleibt dabei Chronik des Medizin-Nobelpreises

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