Direkt zum Inhaltsbereich

Nukleotidanalogon bewährt sich in der Langzeittherapie von Hepatitis-B-Kranken

Veröffentlicht:

Bei Patienten mit HBe-Antigen-negativer Hepatitis B hat sich die Therapie mit dem Nukleotidanalogon Adefovir bislang als gut wirksam erwiesen. In einer noch laufenden Langzeitstudie ist es nach mittlerweile vier Jahren Therapie mit dem Virustatikum gelungen, bei 85 Prozent der Studienteilnehmer die Viruskonzentration unter die Nachweisgrenze zu senken.

Eine HBe-Ag-negative Hepatitis B wird meist erst diagnostiziert, wenn es schon zu Leberschäden gekommen ist. Spätestens dann brauchen die Patienten eine Langzeittherapie, und zwar primär mit Lamivudin oder Adefovir, sagte in Köln Privatdozent Dr. Jörg Petersen aus Hamburg.

Allerdings würden mit Lamivudin in vier Jahren fast 70 Prozent der HB-Viren resistent, mit Adefovir jedoch nur 18 Prozent. Petersen stellte bei einer Veranstaltung des Unternehmens Gilead zudem die Zwischenergebnisse einer laufenden Langzeitstudie mit Adefovir (Hepsera®) vor.

Demnach sinkt mit täglich 10 mg Adefovir oral bei einer stetig wachsenden Zahl von Patienten die Viruskonzentration unter die Nachweisgrenze: Nach einem Jahr Therapie erreichten 51 Prozent der Studienteilnehmer dieses Therapieziel, nach zwei Jahren 71 Prozent, nach drei Jahren 79 Prozent und nach jetzt vier Jahren 85 Prozent.

Bei fast ebenso vielen Patienten hatten sich die Leberwerte normalisiert, sagte Petersen. Der histologische Leberbefund hatte sich nach vier Jahren bei 63 Prozent gebessert.

Trotz der recht guten Erfolge wird bei Hepatitis B auch über Kombinationstherapien nachgedacht, so Petersen, "weil wir damit die Resistenzen vielleicht besser in den Griff bekommen".

Ziel sei es, die Viren möglichst schnell und vollständig zu eliminieren. Möglicherweise funktioniert das mit einer Kombination aus pegyliertem Interferon-alfa und Adefovir. Damit konnten in einer Hamburger Pilotstudie bei zwei von zwölf HBeAg-negativen Patienten die Viren eliminiert werden. (grue)

Lesen Sie dazu auch: Bei Hepatitis B sind Koinfektionen mit zweitem Hepatitisvirus-Typ häufig

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Pseudoresistenzen

Therapieresistente Hypertonie ist oft gar keine

Lesetipps
Nahaufnahme einer männliche Hand, die die Tagesdosen an Vitaminen, Medikamenten, Tabletten und Nahrungsergänzungsmitteln in eine Tablettenbox füllt.

© eliosdnepr / stock.adobe.com

NAKO-Studie

Jeder Vierte erhält offenbar mindestens ein inadäquates Medikament im Alter