Nierenspende

Nur selten maligne Transplant-Beigaben

Veröffentlicht:

SYDNEY. Nierenkrebs, Melanome, Lymphome und Lungenkrebs: Das sind einer systematischen Übersicht zufolge die Krebsentitäten, die am häufigsten von Spendern einer Niere an die Empfänger weitergegeben werden (Am J Transplant 2013, online 26. August).

Das Risiko, bei einer Organverpflanzung ein Malignom zu übertragen, ist insgesamt gering, wie die Verfasser der Übersichtsarbeit vom Children's Hospital at Westmead in Sydney betonen. Pro 10.000 Transplantationen würden sich etwa zwei solcher Fälle ereignen.

Für Patienten, die infolge einer Nierentransplantation ein Melanom oder einen Lungenkrebs entwickeln, ist dies jedoch meist das Todesurteil. Nicht einmal die Hälfte von ihnen überlebt die ersten 24 Monate nach der Transplantation, haben Xiao et al. herausgefunden. Die relativ beste Prognose hatten Empfänger mit Nierenkrebs: Von ihnen waren nach 24 Monaten mehr als 70 Prozent noch am Leben.

Die australischen Mediziner haben alle bis Ende 2012 veröffentlichten Daten zur Weitergabe von Krebserkrankungen über eine Nierenspende ausgewertet - insgesamt 104 bestätigte Fälle, über die kasuistisch (n = 90) oder in Registerstudien berichtet wurde.

Bösartige Tumoren der Niere waren mit 19 Prozent führend, gefolgt von Melanomen (17 Prozent), Lymphomen (14 Prozent) und Lungenkrebs (9 Prozent). Die meisten Nieren waren verstorbenen Spendern entnommen worden. Bis beim Empfänger Krebs diagnostiziert wurde, waren je nach Tumorlokalisation im Median zwischen einem Monat (Chorionkarzinome) und zehn Monaten (Nierenkrebs) vergangen.

Das mediane Intervall bis zur Diagnose von Lungenkrebs bzw. einem Melanomsbetrug 13 bzw. elf Monate. Aufgrund der Diagnose wurde bei den meisten Patienten die Immunsuppression abgesetzt und die Fremdniere explantiert, zusätzlich kamen tumorspezifische Therapien zum Einsatz.

Die schlechteste Prognose hatten Patienten mit malignen Tumoren von Haut und Lunge. Melanome wurden überwiegend erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt und führten im Median 12,5 Monate nach der Transplantation zum Tod. Von den Patienten mit Lungenkrebs überlebte nur jeder Dritte die Operation um mehr als 20 Monate.

Dagegen waren von den Patienten mit Nierenkrebs auch nach fünf Jahren noch mehr als 70 Prozent am Leben. "Transplanteure sollten die medizinische Geschichte des Spenders kennen und im Zweifelsfall Organe von Spendern mit irgendwelchen Hochrisikotumoren ablehnen", empfehlen die australischen Ärzte.

Konkret: Patienten mit Lungenkrebs oder Melanomen in der Anamnese sollten von der Organspende ausgeschlossen werden. Die Verwendung von Spendernieren mit einem geringgradigen, kleinen Nierenzellkarzinom, das komplett exzidiert wurde, könne jedoch in Erwägung gezogen werden. . (bs)

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

NutriNet-Santé-Studie

Viel Konservierungsstoffe in der Nahrung – erhöhtes Krebsrisiko?

Datenanalyse

Demenzschutz durch Zosterimpfung: Studie liefert erneut Hinweise

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte „ePA“.

© Daniel Karmann/dpa

Neue Funktion

E-Patientenakte: Volltextsuche für Ärzte geplant

So bitte nicht! Leichter kann man es Hackern kaum machen.

© Oleksandr Latkun/imageBROKER/picture alliance

Update

Datenschutz

Tipps: Darauf sollten Praxisteams bei Passwörtern achten