Olmesartan reduziert das Plaquevolumen

BOCHUM (mop). In der MORE-Studie konnte erstmals für ein Sartan (Olmesartan) gezeigt werden, dass das Volumen von Plaques in Karotisgefäßen von Hypertonikern verringert werden kann. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass Olmesartan dem atherosklerotischen Prozess besonders effektiv entgegenwirkt, wovon vor allem Risikopatienten profitieren könnten.

Veröffentlicht:

Risikopatienten waren auch in die doppelblinde Pilotstudie MORE aufgenommen worden. Die 165 übergewichtigen Hochdruckpatienten hatten eine erhöhte Intima-Media-Dicke oder Karotisplaques. Beide Veränderungen seien Ausdruck von Endorganschäden bei arterieller Hypertonie, sagte Professsor Heinz Lambertz aus Wiesbaden bei einem Symposium von Daiichi-Sankyo beim Kongress der Deutschen Hochdruckliga in Bochum. Die Patienten erhielten zwei Jahre lang randomisiert entweder 20 bis 40 mg Olmesartan (Olmetec®) oder 50 bis 100 mg Atenolol. IMT und Plaquevolumen wurden mit hoch senstiver 3-D-Ultraschallmessung bestimmt.

Beide Substanzen verminderten - bei gleicher Blutdrucksenkung - die IMT innerhalb von zwei Jahren ähnlich gut und hochsignifikant. Der Rückgang der IMT wird daher weitgehend als Folge der Blutdrucksenkung gewertet. Anders bei den Plaquevolumina: Hier fand unter Atenolol keine Regression statt. Jedoch gingen die Plaquevolumina unter Olmesartan um so stärker zurück, je größer sie anfangs waren. Plaques mit einem Ausgangsvolumen von >&eq;,7 µl nahmen um 11,8 µl ab, bei einem Plaquevolumen von >&eq; 50 µl verkleinerte sich das Volumen um 16 µl. Die Plaque-Regression nahm unter Olmesartan kontinuierlich zu, dagegen erreichte der Blutdruck bereits nach 28 Wochen ein Plateau. Die Wirkung von Olmesartan auf das Plaquevolumen ist daher unabhängig von der Blutdrucksenkung, so Professor Jürgen Scholze aus Berlin.

MORE: Multicentre Olmesartan Atherosclerosis Regression Evaluation

DIE STUDIE IN KÜRZE

Frage: Kann Olmesartan im Vergleich zu Atenolol Plaquegröße und Intima-Media-Dicke (IMT) substanzspezifisch beeinflussen?

Methode: Es nahmen 165 übergewichtige Hypertoniker mit weiteren Risikofaktoren teil. Die Auswertung erfolgt mit dreidimensionaler Ultraschallmessung.

Ergebnisse:

Bei ähnlich guter Blutdrucksenkung nimmt die IMT mit beiden Mitteln gleich gut und hoch signifikant ab. Nur Olmesartan reduziert auch das Plaquevolumen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Komplikationen

Bei Diabetes mellitus auch die Knochen in den Blick nehmen

Retrospektive Kohortenstudie

Typ-2-Diabetes: Wohl geringeres Glaukomrisiko unter Tirzepatid

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Ab wann darf ich jüngere Menschen auf Kasse gegen Herpes zoster impfen?

Prozesse werden teurer

Tipps: So können Praxen die Risiken für einen GOÄ-Streit minimieren

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!

Lesetipps
Eine Blutdruckmessung

© CasanoWa Stutio / stock.adobe.com

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert