Op ist bei engem Spinalkanal die Ultima ratio

HEIDELBERG (ner). Bei Spinalkanalstenose sind nach Angaben von Orthopäden aus Heidelberg Operationen nicht gerechtfertigt, bevor nicht ein intensiver konservativer Behandlungsversuch gestartet worden ist.

Veröffentlicht:

Dr. Felix Zeifang und seine Kollegen von der Orthopädischen Uniklinik argumentieren vor allem damit, daß es offenbar keinen eindeutigen Zusammenhang gebe zwischen dem Grad der Einengung und der dem Patienten möglichen Gehstrecke.

Dies geht aus einer prospektiven Studie der Orthopäden mit 36 Patienten mit Spinalkanalstenose und Claudicatio spinalis hervor. Selbst bei per Magnetresonanztomographie gesicherter erheblicher Stenose konnten einige Patienten noch mehr als 350 Meter gehen, wohingegen andere mit geringerer Stenose noch nicht einmal 100 Meter schafften (Orthopäde 32, 2003, 906).

Zeifang und seine Kollegen behandelten die 36 Patienten drei Wochen lang stationär. Dazu gehörten peridurale Umflutungen mit Rapivacain und Clonidin, eine detonisierende und rekonditionierende Physiotherapie, Entspannungs- und Verhaltens- sowie Psychotherapie. Mit einem Funktionsfragebogen bestimmten sie vor, während und sechs Monate nach der Therapie den Grad der Beeinträchtigung. Zudem wurde die Gehstrecke auf dem Laufband ermittelt.

Insgesamt verbesserte sich die durchschnittliche Gehstrecke signifikant von etwa 370 auf 560 Meter. Allerdings hatten 16 der 36 Patienten keine Verbesserung der Funktionskapazität, fünf ließen sich operieren. Parameter, mit denen sich ein Erfolg der konservativen Therapie voraussagen ließe, fanden die Kollegen nicht. Ob und wie lange der Therapieerfolg anhält, bleibt unklar. Allerdings profitierten auch 20 bis 40 Prozent der operierten Patienten nicht von der Op, so Zeifang, und die Therapieversager-Quote im Langzeitverlauf liege nach Op bei 50 Prozent.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?

Lesetipps
Vorbereitung für die Obduktion eines Leichnams.

© sudok1 / stock.adobe.com

Autopsiestudie

So häufig wird der Krebs erst nach dem Tod erkannt