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Palliativsedierung verkürzt nicht die Überlebenszeit

BERLIN (gvg). Mit Blick auf Diskussionen um eine nicht erlaubte aktive Sterbehilfe wird mitunter die Frage nach der Palliativsedierung bei Krebspatienten gestellt. Eine prospektive Studie hat keinen Hinweis ergeben, dass dadurch die Überlebenszeit verkürzt wird.

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Es handelte sich um eine nicht-randomisierte, prospektive Studie aus Italien, bei der 267 Tumorpatienten eine palliative Sedierung erhalten hatten. Als Kontrolle diente eine bezüglich Alter, Erkrankung, Geschlecht und Karnofsky-Index "gematchte" Vergleichsgruppe.

Die Hauptindikation für die Einleitung der palliativen Sedierung war Delir oder starke Agitiertheit. Seltenere Gründe waren Dyspnoe, psychischer Stress und Schmerzen. Sediert wurde unter anderem mit Lorazepam (mittlere Dosis 4,9 mg pro Tag), Chlorpromazin (55,8 mg), Morphin (41,2 mg), Promethazin (49,3 mg) und Haloperidol (3,6 mg).

"In dieser Studie gab es zwischen den Überlebenskurven der beiden Gruppen keinerlei Unterschied", betonte Professor Martin Kohlhäufl von der Stuttgarter Klinik Schillerhöhe. Dem Patienten beziehungsweise den Angehörigen könne daher glaubhaft vermittelt werden, dass bei einer wie in der Studie eher leichten Sedierung keine Verkürzung der Lebenszeit befürchtet werden müsse, so der Experte.

 Er machte allerdings darauf aufmerksam, dass die Studie keine Aussagen über die Lebenszeiteffekte einer raschen, tiefen Sedierung erlaube.

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