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Psychologie

Placebo-Effekt an der Schulbank

Der Glaube an eigene Fähigkeiten macht Wissen besser abrufbar: Forscher der Uni Witten/Herdecke bestätigen dies mit harten Studiendaten.

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Vielleicht hilft auch ihnen der Glaube.

Vielleicht hilft auch ihnen der Glaube.

© lightpoet / shutterstock

WITTEN/HERDECKE. Tagtäglich lässt es sich in Prüfungs-Situationen beobachten, Forscher der Universität Witten/Herdecke haben es jetzt in einer Studie bestätigt: Wer Angst vor Prüfungen hat, schneidet schlecht ab - wer entspannt Fragen beantwortet, schneidet besser ab.

In seiner Studie hat der Psychologe Professor Ulrich Weger von der Universität Witten/Herdecke 40 Personen einem Test des Allgemeinwissens unterzogen.

Eine Hälfte der Studienteilnehmer wurde dabei unvorbereitet in den Test geschickt, die übrigen wurden speziell vorbereitet: In einem Probedurchlauf wurden dieser Gruppe Lösungsworte erst langsam auf einem Bildschirm vorgegeben und dann immer schneller, bis die Worte nicht mehr erfassbar waren.

Probanden sollen sich unterstützt fühlen

"Wir wollten den Probanden das Gefühl von Unterstützung geben. Tatsächlich haben wir in der eigentlichen Testphase völlig zufällige Worte über den Bildschirm huschen lassen. Aber die Testpersonen hatten eben das Gefühl, im Unterbewusstsein doch die Lösung vom Bildschirm ablesen zu können", beschreibt Weger in einer Mitteilung der Universität Witten/Herdecke den Versuchsaufbau.

Weger vergleicht ihn mit dem aus der Medizin bekannten Placebo-Effekt: "Wir haben nicht eine scheinbare Pille verabreicht, wir haben vielmehr die Überzeugung von der eigenen Leistungsfähigkeit unserer Probanden angesprochen."

Und tatsächlich: Die vorbereiteten Studienteilnehmer schnitten im Wissenstest besser ab als die unvorbereitete Kontrollgruppe.

Vorbereitete Versuchspersonen der Experimentalgruppe lösten im Durchschnitt 9,9 Aufgaben, Versuchspersonen der Kontrollgruppe dagegen nur 8,4 (The Quarterly Journal of Experimental Psychology 2012; online 19. November).

"Wir haben ja nicht das Wissen verbessert. Aber das Gefühl der Unterstützung und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wurden gestärkt. Wir vermuten, dass sich diese Personen dann zum Beispiel mehr angestrengt haben, besser ihre eigenen Ängste überwinden konnten, systematischer überlegt haben", wird Weger in der Mitteilung der Universität zitiert.

"Sie konnten schlichtweg das vorhandene Wissen besser abrufen und dadurch hat sich die Leistung dann tatsächlich verbessert", erklärt Weger sich den Effekt. (eb)

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