Direkt zum Inhaltsbereich

Plädoyer für Adipositas-Chirurgie als Therapieoption

Die "Expertengruppe Metabolische Chirurgie" macht sich für die chirurgische Therapie bei Adipositas stark.

Veröffentlicht:
Minimalinvasiver Einsatz eines Magenbands: Experten beklagen, dass zu wenigen Menschen von dieser Intervention profitieren.

Minimalinvasiver Einsatz eines Magenbands: Experten beklagen, dass zu wenigen Menschen von dieser Intervention profitieren.

© Carsten Kattau / fotolia.com

FRANKFURT/MAIN (ner). Adipöse Menschen werden in Deutschland allein gelassen. Das beklagt eine Gruppe von Internisten, Chirurgen und Ernährungswissenschaftlern. Sie spricht sich verstärkt für chirurgische Behandlungsoptionen aus.

Bei der Bekämpfung des Übergewichts und der Fettleibigkeit in Deutschland habe sich Resignation breitgemacht, sagt der Bad Nauheimer Diabetologe Professor Andreas Hamann. Er ist Mitglied in der "Expertengruppe Metabolische Chirurgie", die sich ausdrücklich für chirurgische Behandlungsmöglichkeiten bei Adipositas stark macht.

Dies ist nach Ansicht von Professor Rudolf Weiner aus Frankfurt am Main schon deshalb notwendig, um einen "ökonomischen Tsunami" im Gesundheitssystem zu verhindern, wie der Chirurg bei einer Fortbildungsveranstaltung in der Mainmetropole sagte.

Die Expertengruppe argumentiert, dass sich mit Interventionen wie der Einlage eines Magenbandes, Magenbypass-Operationen oder Eingriffen am Dünndarm bei Patienten mit BMI zwischen 35 und 40 drastische Gewichtsreduktionen erzielen lassen; Typ-2-Diabetiker benötigen oft bereits nach kurzer Zeit kein Insulin mehr, erhöhte Blutdruckwerte sinken, Fettstoffwechselstörungen bessern sich.

Wichtig sei ein interdisziplinäres Nachsorgekonzept, betonte der Diabetologe Dr. Jörg Simon aus Fulda. Dazu gehören Ernährungsberatung, Bewegungsprogramme, Labortests, die womöglich lebenslange Substitution bestimmter Vitamine und Mineralien sowie die psychologische Betreuung.

Die Expertengruppe strebt integrierte Versorgungsverträge mit den gesetzlichen Krankenkassen an. Zurzeit werden Kriterien definiert, für welche Patienten die metabolische Chirurgie indiziert sei.

Weiner betonte, dass nur Zentren, in denen verschiedene Operationstechniken der Metabolischen Chirurgie beherrscht werden, eine individuell zugeschnittene Behandlung bieten könnten. Davon gebe es in Deutschland zurzeit nur sehr wenige.

Lesen Sie dazu auch: Ohne Therapie kein Anspruch auf Magenband-Op

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Viele Betroffene sind übergewichtig

Osteoarthrose: GLP1-Rezeptoragonisten als neue Option?

Neue Terminologie

Warum PCOS zu PMOS wurde und was das mit Diabetes zu tun hat

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Einschätzung von Kollegen

Was das Aus der Telefon-AU tatsächlich für den Praxisalltag bedeutet

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen

Lesetipps
Ein Fußballspieler hält sich seinen Knöchel, ein Helfer assistiert ihm.

© massimhokuto / stock.adobe.com

Orthese selten nötig

Das ist bei Sprunggelenksverletzungen zu beachten

Eine Frau sitzt auf dem Bett und hält sich eine Wärmflasche auf den Bauch.

© Halfpoint / stock.adobe.com

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose