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Plädoyer für Kombitherapie zur LDL-Senkung

AMSTERDAM (hbr). Patienten mit Diabetes und hohen Cholesterinwerten erreichen nach Einschätzung von Ärzten die angestrebten LDL-Ziele immer noch zu selten. Das hat eine Umfrage unter 750 Kardiologen und Diabetologen ergeben.

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Die Ergebnisse der Umfrage sind beim Diabeteskongress in Amsterdam präsentiert worden. Demnach stufen zwar praktisch alle Ärzte Diabetiker mit erhöhtem LDL-Wert als kardiovaskulär stark gefährdet ein. Trotzdem, so schätzen 68 Prozent der Diabetologen und 71 Prozent der Kardiologen, verfehlt mindestens jeder zweite ihrer eigenen Risikopatienten sein LDL-Ziel.

Dieses LDL-Ziel liegt für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen oder Diabetes unter 100 mg/dl. Für die Sekundärprävention empfehlen einige Leitlinien heute sogar, einen Wert unter 70 mg/dl anzustreben, so Dr. Michel Farnier aus Dijon. "Patienten mit Diabetes plus koronarer Herzkrankheit brauchen eine aggressive Therapie", betonte er bei einer Veranstaltung von MSD.

Mindestens jeder zweite Patient verfehlt seinen LDL-Zielwert.

Die Umfrage wurde in Italien, Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien gemacht. In jedem Land wurden je 75 Kardiologen und Diabetologen zum Cholesterin-Management befragt.

Der Mangel an Erfolg beruht nach einmütiger Einschätzung beider Arztgruppen vor allem auf drei Ursachen: Jeder zweite Arzt geht davon aus, dass budgetäre Gründe Einfluss nehmen. Ebenso viele nennen Einschränkungen aufgrund na-tionaler Leitlinien. Viele sehen zudem ein Problem darin, dass eine Monotherapie mit den zur LDL-Senkung eingesetzten Statinen oft nicht ausreicht oder haben Bedenken bei hohen Statin-Dosierungen.

So bringt eine Verdoppelung der Statindosis nach der bekannten 6er-Regel im Mittel jeweils nur eine zusätzliche LDL-Senkung um sechs Prozent, erinnerte Farnier. Er plädiert für eine Kombinationstherapie, wie sie mit Ezetimib und Simvastatin in Inegy® erhältlich ist. Eine solche Kombination halten auch 94 Prozent der befragten Ärzte für wirksamer als die Monotherapie. So hemmt das Statin die körpereigene Cholesterin-Produktion und Ezetimib reduziert die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm. Das spiegelt sich in einer Studie wider: Darin erreichten nach sechs Wochen Therapie mit täglich 20 mg Atorvastatin nur 35 Prozent der Teilnehmer einen LDL-Wert unter 70 mg/dl. Mit Ezetimib plus Simvastatin 10/20 mg waren es im Gegensatz dazu 60 Prozent.

STICHWORT

6er-Regel

Die 6er-Regel bei Statinen besagt, dass nach jeder Verdopplung der Statindosis der LDL-Cholesterin-Wert im Schnitt jeweils lediglich um weitere 6 Prozent sinkt. Wurde also etwa der LDL-Wert bereits mit einer Statindosis von 10 mg gesenkt und soll nun um weitere 18 Prozent abnehmen, dann muss die Ausgangsdosis dreimal verdoppelt werden: auf 20, 40 und schließlich auf 80 mg. (eb)

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