Reflux / Sodbrennen

Plädoyer für PPI ohne Wechselwirkung

MÜNCHEN (wst). Der klassische Patient mit chronischem Reflux ist schon etwas alt und übergewichtig. Er hat außer seiner gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) oft weitere Erkrankungen, die eine Pharmakotherapie nötig machen. Je mehr Medikamente er nehmen muss, um so wichtiger ist es, auf einen möglichst interaktionsarmen Protonenpumpen-Hemmer (PPI) zu setzen.

Veröffentlicht: 30.01.2008, 05:00 Uhr

Sowohl in der Akuttherapie als auch in der oft erforderlichen Langzeittherapie sind heute PPIs Mittel der ersten Wahl zur medikamentösen Behandlung von Patienten mit GERD. Daran hat der niedergelassene Allgemeinarzt Dr. Joachim Wewerka aus Bremen bei einer Veranstaltung von Nycomed in München erinnert.

Pantoprazol hat kaum klinisch relevante Interaktionen.

Entgegen der früheren Step-up-Therapie empfehlen die aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs-und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) zur schnellstmöglichen Beschwerdelinderung eine Step-down-Strategie. Das heißt, in der Akutphase wird für etwa vier Wochen bis zum Abheilen von ösophagealen Läsionen mit einem Protonenpumpen-Hemmer in hoher Dosis, zum Beispiel 40 mg Pantoprazol (Pantozol®) behandelt, um anschließend in eine niedrig dosierte (20 mg täglich) Langzeitbehandlung überzuleiten.

Bei den Patienten reicht dann oft auch eine medikamenten- und kostensparende bedarfsorientierte Langzeittherapie mit Tabletteneinnahme nur bei Beschwerden aus. Viele Refluxpatienten sind multimorbide und brauchen mehrere Präparate, erinnerte Wewerka. Bei solchen Patienten setzt er im Falle eines erforderlichen PPIs bevorzugt auf Pantoprazol, das aufgrund seines unter den PPIs besonderen Weges der Verstoffwechselung sowohl in klinischen Studien als auch in umfangreichen Anwendungsbeobachtungen praktisch frei von klinisch relevanten pharmakologischen Interaktionen war.

Bei Patienten, die dazu bereit sind, könnten auch nichtmedikamentöse Maßnahmen reichen, um eine Refluxkrankheit langfristig in den Griff zu bekommen, sagte Wewerka. Einen Versuch wert seien Gewichtsabnahme, Nikotinabstinenz, Verzicht auf voluminöse und fette Mahlzeiten am Abend sowie auf individuell unverträgliche Speisen und Getränke.

Mehr zum Thema

Protonenpumpenhemmer

PPI mit mehr Frakturen bei Kindern assoziiert

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
S1-Leitlinie zu COVID-19 aktualisiert

DEGAM

S1-Leitlinie zu COVID-19 aktualisiert

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden