Plädoyer für frühe lange Therapie bei M. Alzheimer

BERLIN (grue). Eine kausale Therapie bei Alzheimer-Demenz ist bekanntlich nicht möglich. Die Patienten sollten daher mit den derzeit verfügbaren Medikamenten behandelt werden - und zwar früh und möglichst lange. Das fordert Professor Lutz Frölich aus Heidelberg.

Veröffentlicht:

Für Acetylcholinesterase-Hemmer wie Donepezil (Aricept®) ist die Wirksamkeit bei Alzheimer-Demenz unstrittig. Auch das IQWiG kommt zu dem Ergebnis, dass die Arzneien bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Alzheimer-Demenz den Abbau kognitiver Fähigkeiten verzögern. "Für Donepezil gilt das für alle verwendeten Dosierungen, für Galantamin und Rivastigmin nur bei mittleren und hohen Dosen", so Frölich bei einer Veranstaltung der Unternehmen Eisai und Pfizer in Berlin.

Weniger klar ist, ab wann und wie lange mit den Substanzen behandelt werden soll. Derzeit werden etwa Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen (mild cognitive impairment; MCI) nicht medikamentös behandelt, obwohl sich pro Jahr bei jedem fünften Betroffenen eine Alzheimer-Demenz entwickelt. Folgerichtig wird von amerikanischen Fachgesellschaften MCI als Frühform von M. Alzheimer eingestuft. "Donepezil fördert die kognitiven Fähigkeiten auch bei MCI", sagte Frölich.

In der Regel beginne eine Therapie, wenn die Diagnose Alzheimer feststeht. "Dann sollte aber schnell gehandelt werden", so Frölich. Auch bei voranschreitender Demenz bleiben Cholinesterasehemmer und Memantine die Therapie der Wahl. Wie bei anderen chronischen Krankheiten auch, werde davon ausgegangen, dass eine fortlaufende Therapie die Patienten vor rapider Verschlechterung schützt, so Frölich. "Solange die Diagnose Alzheimer besteht, gibt es keine evidenzbasierten Erkenntnisse, die ein Absetzen der Medikation rechtfertigen", sagte der Psychiater.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Frühe Nutzenbewertung

Alzheimer: Auch Donanemab fällt beim IQWiG durch

Phase-III-Studie

Alzheimer: Alternative zu Antikörpern für ApoE-4-Träger in Sicht

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Adipostas und deren Folgen sind zu einer der häufigsten Todesursachen geworden.

© Christian Delbert / stock.adobe.com

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Plaque im Gefäß

© Dr_Kateryna / Fotolia

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen