Plädoyer für mehr Schutz vor HBV-Infektionen

MIAMI (eis). Alle Reisende in Regionen mit hoher Hepatitis-B-Prävalenz sollten gegen die Infektion geimpft werden, raten Reisemediziner aus den USA. Gerade in Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung besteht bei Injektionen ein hohes Infektionsrisiko.

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In Deutschland wird die Hepatitis-B-Impfung in der Reisemedizin bisher nur bei Aufenthalten ab sechs Monaten in Endemiegebieten oder bei engem Kontakt zur Bevölkerung empfohlen. Professor Bradley A. Connor vom New York Center for Travel and Tropical Medicine empfiehlt den Hepatitis-B-Schutz aber für alle Reisende in Endemiegebiete.

Denn in Hochendemieregionen wie Afrika südlich der Sahara, im tropischen Südamerika oder Südostasien inklusive China seien über acht Prozent der Bevölkerung chronische Virusträger. Hinzu komme die hohe Infektiosität des Erregers.

Infektionsrisiken bestehen vor allem bei ungeplanten medizinischen Eingriffen. Dabei habe einer kanadischen Studie zufolge jeder dritte Patient Injektionen, Bluttransfusionen oder andere I.v.-Therapien bekommen, so Connor beim Jahrestreffen der American Society of Tropical Medicine and Hygiene in Miami im US-Staat Florida. Gerade in Entwicklungsländern gebe es häufig keine sterilen Nadeln.

Weitere Infektionsrisiken sind darüber hinaus sexuelle Kontakte oder auch Tätowierungen und Piercings. Conners wies darauf hin, daß die Inkubationszeit von Hepatitis B bis zu sechs Monate betrage. Eine Erkrankung werde daher oft gar nicht mehr mit einer Reise in Verbindung gebracht.

Etwa zehn Prozent der infizierten Erwachsenen entwickeln eine chronische Infektion mit hohem Risiko für Zirrhose und Leberkrebs. Für den Schutz gibt es Monovakzinen sowie eine Kombination gegen Hepatitis A/B.

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