Polymilchsäure glättet Falten bis zu zwei Jahre

DARMSTADT (hsr). Zum Glätten von Falten im Gesicht hat sich das Auffüllen der Haut mit Polymilchsäure als lang wirksames und schonendes Verfahren bewährt. In einer Studie nahm damit die Faltentiefe innerhalb von zwei Monaten um knapp drei Viertel des Ausgangswertes ab und blieb über 20 Monate nahezu konstant.

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Als Indikationen für das Unterspritzen mit dem Polylaktat nannte Dr. Christiane Gutsche aus Krefeld Stirn-, Zornes-, Nasolabialfalten, Fältchen um Augen, Ober- und Unterlippe, an Mundwinkel, Kinn und Hals. Aber für den Gewebeaufbau und das Konturieren, zum Beispiel bei krankheitsbedingter Lipodystrophie der Wangen sei die Therapie geeignet.

Gutsche stellte dazu bei einer Veranstaltung von Aventis in Darmstadt eine offene, klinische Phase-III-Studie mit 78 Patienten vor, in der die Wirksamkeit von New-Fill®, einem Lyophilisat der Poly-L-Milchsäure, auf die Tiefe von Nasolabialfalten geprüft worden ist. Danach sank der Anteil der tiefen Falten von zuvor 72 nach zwei Monaten auf null Prozent, der der mäßig tiefen von 28 auf zehn Prozent, die als leicht eingestuften Falten nahmen von null auf 58 Prozent zu, 32 Prozent der Falten waren vollständig verschwunden. Dieser Effekt veränderte sich innerhalb von 20 Monaten nur geringfügig.

Den Wirkmechanismus der Milchsäure, die schon lange für selbst auflösendes Nahtmaterial und für Knochenimplantate verwendet wird, beschrieb Gutsche so: Das künstlich hergestellte Milchsäure-Polymer, ein Kristall, das biokompatibel ist und sich zu Kohlendioxid und Wasser abbaut, wird in sterilem Wasser aufgelöst und als Suspension unter die Hautfalte in die tiefe Dermis an der Grenze zur Subkutis injiziert. Das Hautvolumen nimmt dadurch zunächst zu. Das in der Suspension enthaltene Wasser entweicht wenige Tage später. Dadurch fällt die Falte wieder ein wenig ein.

Innerhalb von vier bis sechs Wochen wird durch die Kristalle die Bildung eines Kollagenkomplexes gefördert, der die Falten dann konstant bis zu zwei Jahre und länger aufpolstert.

Die Behandlungskosten betragen je nach Aufwand und Materialmenge zwischen 300 bis 800 Euro. Ein Milliliter Suspension der Fünf-Milliliter-Flasche kostet etwa 90 Euro, zwei bis drei Milliliter sind in der Regel pro Sitzung notwendig.

Weitere Informationen zur Poly-L-Milchsäure und zu speziellen Schulungen gibt es unter www.new-fill.info

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