Ernährungsmedizin

Praktisches Ernährungswissen ist gering

Theoretisch wissen die Deutschen viel über Ernährung, praktisch nicht. Das zeigen Ergebnisse einer Studie, bei der online der "Ernährungs-IQ" ermittelt wurde.

Veröffentlicht:

Der Ernährungs-IQ-Test wurde mit dem Ziel entwickelt, das Ernährungswissen der Deutschen mit allen seinen Facetten zu ermitteln. Er umfasst 40 Fragen aus fünf Kategorien: Basiswissen, Nährstoffe, Lebensmittelkunde, Ernährungsmythen und Gewichtsmanagement sowie Lebensmittelqualität und -kennzeichnung.

Der Ernährungs-IQ sowie die Ergebnisse der Online-Untersuchung wurden kürzlich auf einer Pressekonferenz vom Unternehmen Weight Watchers in Düsseldorf vorgestellt. "Der Test soll aber nicht nur Wissensdefizite aufzeigen, sondern kann durch die kommentierten Lösungen zu allen Fragen auch das persönliche Ernährungswissen verbessern und damit eine gute Grundlage für Verhaltensänderungen schaffen", betonte PD Dr. Thomas Ellrott von der Universität Göttingen. Er konzipierte gemeinsam mit Professor Helmut Heseker von der Universität Paderborn den Ernährungs-IQ-Test in Kooperation mit Weight Watchers.

Die Untersuchung, bei der der Test unter www.ernaehrungs-iq.de zwölf Wochen frei zugänglich war, zeigte unter anderem, dass es vielen Teilnehmern an praxisrelevantem Ernährungswissen fehlt und sie das theoretisch vorhandene Wissen nicht in praktisches umsetzen können .

Zwar wussten 85 Prozent beispielsweise, was die Abkürzung "Fett i. Tr." bedeutet. Doch nur jeder Vierte konnte auch den absoluten Fettgehalt von 100 Gramm Edamer mit 40 Prozent Fett i. Tr. - nämlich ungefähr 20 Gramm - nennen. Auch Ernährungsmythen halten sich hartnäckig, zeigt die Untersuchung. Über 80 Prozent der Teilnehmer halten Kartoffeln für Dickmacher und schreiben ihnen mehr Kalorien zu als derselben Menge Reis oder Nudeln. Genauso prägen eingängige, aber falsche Behauptungen das Ernährungswissen: Über 60 Prozent glauben, dass Traubenfruchtsüße weniger Kalorien hat und gesünder ist als Zucker. (kig)

www.ernaehrungs-iq.de

Mehr zum Thema

Analyse von drei Kohortenstudien

Schwefelbakterien mit Darmkrebs assoziiert

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Eine Ärztin bekommt in einem Pop-Up-Impf-Ort ihre Impfung mit dem Wirkstoff von Biontech von einem Medizinstudenten verabreicht. Das Impfteam bietet im alten Gebäude der früheren Uniapotheke Impfungen mit vorheriger Online-Terminvereinbarung an.

© Marijan Murat / dpa

Forderungen nach Kontaktreduktion

Heil: Corona-Impfpflicht in Kliniken und Pflege schon Weihnachten

Impfzentrum der Marke Eigenbau in Peine.

© Dr. Lars Peters

COVID-19-Impfung im früheren Getränkemarkt

Hausarzt richtet Corona-Impfzentrum ein – auf eigene Kosten

IT-Sicherheit in der Praxis: Als „die Atemschutzmaske des Computers“ titulierte der Heidelberger Cyberschutz-Auditor Mark Peters die Firewall.

© Michaela Schneider

Cyberschutz für Arztpraxen

Vom Passwort als Desinfektionsmittel