Krebs

Preis für Nukleosidanalogon bei Pankreas-Ca

LEIPZIG (grue). Das Zytostatikum Gemcitabin (Gemzar®) aus dem Geschäftsbereich Lilly Onkologie ist mit dem MMW-Arzneimittelpreis 2006 ausgezeichnet worden. Das Nukleosidanalogon wurde vor zehn Jahren für die Therapie bei fortgeschrittenem Pankreaskarzinom zugelassen. Heute wird es bei fünf Tumorarten angewendet.

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Mit dem Arzneimittelpreis der Fachzeitschrift "Münchener Medizinische Wochenschrift" (MMW) werden Medikamente ausgezeichnet, die sich seit Jahren bewährt haben, international erprobt sind und fortlaufend weiter untersucht werden.

Diese Anforderungen erfülle Gemcitabin in besonderer Weise, hieß es zur Preisverleihung bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) in Leipzig. "Neun von zehn Patienten mit fortgeschrittenem Pankreaskarzinom werden heute mit Gemcitabin behandelt", sagte Professor Siegfried Seeber aus Essen.

Seit 1998 wird Gemcitabin in Kombination mit Platinderivaten auch erfolgreich zur Therapie von Patienten mit metastasiertem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) angewendet. 2002 folgte die Zulassung zur Therapie bei fortgeschrittenen Harnblasenkarzinom. "Hier hat Gemcitabin plus Cisplatin den bisherigen Standard abgelöst", so Seeber.

Die jüngsten Indikationserweiterungen für Gemcitabin erfolgten in den Jahren 2003 (metastasiertes Mammakarzinom in Kombination mit Paclitaxel) und 2004 (Ovarialkarzinom-Rezidiv in Kombination mit Carboplatin). "Wir freuen uns über den Preis und die damit verbundene Bestätigung unserer Arbeit", sagte Dr. Sabine Greulich von Lilly Deutschland.

Das forschende Pharmaunternehmen will sich auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen: Es hat zum Beispiel den Angiogenese-Hemmer Enzastaurin entwickelt, der derzeit bei Glioblastomen und Lymphomen klinisch geprüft wird. Die ursprünglich aus Bakterien hergestellte und im Labor optimierte Substanz blockiert die Proteinkinase C beta, ein für die Angiogenese wichtiges Signalmolekül.

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