Probiotikum mit Erfolg bei kollagener Kolitis getestet

HATTINGEN (hsr). Bei Patienten mit kollagener Kolitis läßt sich die Stuhlfrequenz durch probiotische Escherichia-coli-Bakterien vom Stamm Nissle 1917 (EcN) um über die Hälfte senken - so die vorläufigen Ergebnisse einer Pilotstudie.

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Leitsymptom der kollagenen Kolitis ist eine chronische, wäßrige, nicht- blutige Diarrhö über Wochen und Monate. Der Flüssigkeitsverlust kann bis zu zwei Liter täglich betragen. Außer unspezifischen Beschwerden wie Bauchschmerzen und Übelkeit geht es den meisten dieser Patienten aber erstaunlich gut.

Histologisch gekennzeichnet ist die Darmkrankheit, deren Pathogenese noch ungeklärt ist, durch bandartige Ablagerungen kollagener Fasern und ein entzündliches Infiltrat unter der Basalmembran des Deckepithels der Kolonschleimhaut.

Um zu prüfen, inwieweit diese Patienten von einer Therapie mit EcN-Bakterien, die zur normalen physiologischen Darmflora gehören, profitieren, haben Professor Andreas Tromm vom Evangelischen Krankenhaus in Hattingen und seine Mitarbeiter 14 an kollagener Kolitis Erkrankte damit behandelt (Z Gastroenterol 42, 2004, 365).

Denn von EcN ist nach seinen Angaben bekannt, daß diese Keime antagonistisch wirken gegen pathogene Bakterienstämme wie Salmonella enteritis, Shigella dysenteriae und Yersinia enterocolitica. Auch sei EcN bereits erfolgreich bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn gegeben worden.

Elf an kollagener Kolitis erkrankte Frauen und drei Männer erhielten eine bis sechs Kapseln EcN (Mutaflor®) pro Tag über wenigstens vier Wochen. Wie der Internist berichtet, nahm die Stuhlfrequenz bei neun Patienten (64 Prozent) um über 50 Prozent ab. Nach vier- bis 18wöchiger Therapie war die Zahl der Stühle signifikant von täglich 7,2 auf 3,7 gesunken.

Zudem besserte sich die Stuhlkonsistenz bei sieben Patienten, bei sechs von ihnen von wäßrig oder schleimig zu weich oder - bei einem - zu normal. Daraus leitet Tromm einen möglichen Nutzen von EcN bei kollagener Kolitis ab. Grund dafür könnte der antagonistische Effekt gegen Yersinia spec. sein, die im Zusammenhang mit der Entstehung der Darmkrankheit diskutiert werden.

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