Kolorektales Karzinom/Darmkrebs

Prognose für Patienten mit Kolonkarzinom wurde verbessert

LEIPZIG (scho). Mit etwa 70 000 Neuerkrankungen pro Jahr gehören kolorektale Karzinome zu den häufigsten Tumoren in Deutschland. Dank neuer Medikamente konnte die Prognose in den letzten Jahren erheblich verbessert werden. Die Überlebenszeit bei metastasierten Kolonkarzinomen wurde in den letzten zehn Jahren vervierfacht.

Veröffentlicht:

Oberstes Ziel ist die vollständige operative Entfernung des Tumors mit seinen regionalen Lymphknoten (R0-Resektion). Ob Patienten anschließend eine adjuvante Chemotherapie erhalten, hängt vom Stadium ab. Patienten mit Darmkrebs im Stadium I, die kurativ operiert wurden, erhalten keine Chemotherapien. Bei Stadium II (Infiltration aller Wandschichten des Darmes oder einer Infiltration in die Umgebung, aber keine Metastasen) ist kein klarer Nutzen einer adjuvanten Chemotherapie belegt worden. Bei diesen Patienten könne keine Standardempfehlung gegeben werden, sagte Professor Wolff Schmiegel von der Universitätsklinik in Bochum.

Bei Hochrisikopatienten, die einen Ileus, eine Perforation hatten oder bei denen der Tumor die Darmwand überschritten hatte, sei eine adjuvante Chemotherapie gerechtfertigt, sagte Schmiegel beim XIV. Leipziger Gastroenterologischen Seminar.

Patienten mit Lymphknotenmetastasen (Stadium III) erhalten nach der Operation eine adjuvante Chemotherapie. Denn ohne eine solche weitere Therapie bekommen 35 bis 75 Prozent der Betroffenen ein Rezidiv.

Patienten mit metastasierten inoperablen Kolonkarzinomen erhalten eine palliative Chemotherapie. Sie hat zum Ziel, die Krankheitssymptome zu lindern und die Lebensqualität zu bessern. Hier seien in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte erzielt worden, sagte Schmiegel auf dem von der Falk Foundation unterstützten Seminar. Genutzt werden die Substanzen Irinotecan, Oxaliplatin und Capecitabin.

Durch die Einführung der monoklonalen Antikörper Bevacizumab und Cetuximab konnte das Ansprechen des Kolonkarzinoms auf die Therapie erhöht werden. Damit verbessert sich auch die Lebensqualität der Patienten weiter.

Mehr zum Thema

Kolorektales Karzinom

Darmkrebs geht in Deutschland zurück

Risikofaktoren

Hohes Darmkrebsrisiko von Männern nur teilweise zu erklären

Das könnte Sie auch interessieren
Management tumorassoziierter VTE

© Leo Pharma GmbH

CME-Fortbildung

Management tumorassoziierter VTE

Anzeige | Leo Pharma GmbH
CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

© Leo Pharma GmbH

Empfehlungen

CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Anzeige | Leo Pharma GmbH
Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

© Bristol-Myers Squibb

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

© Alpha Tauri 3D Graphics / shutterstock

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

© Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA

CAR-T-Zelltherapie

OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Mussten Ärzte seinerzeit auch neu dazulernen: Röntgen.

© Channel Partners / Zoonar / picture alliance

Ärzte und die digitale Medizin

Digitalisierung: „Wir müssen uns offener zeigen als Ärzteschaft“

Kopfschmerzen: Rund zehn Prozent der Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion entwickeln nach Abklingen der akuten Symptome einen Dauer-Kopfschmerz.

© ijeab / stock.adobe.com

Schmerzmediziner berichten

Dauer-Kopfschmerz nach COVID-19 nicht selten