Tumordiagnostik

Prostatakrebs-Diagnose: MRT-Protokoll ohne jegliches Kontrastmittel?

Eine Allianz widmet sich einem Deep-Learning-basierten Assistenzsystem zur Diagnose von Prostatakrebs.

Veröffentlicht: 27.05.2020, 16:16 Uhr
Hamburg/Jena. Laut Robert Koch-Institut ist das Prostatakarzinom mit rund 25 Prozent aller diagnostizierten Krebserkrankungen die häufigste bei Männern in Deutschland. Jährlich erkranken demnach etwa 60.000 neu an diesem Tumor. Das von den Krankenkassen getragene Screening ab dem 45. Lebensjahr sieht aktuell keine MRT-Untersuchungen vor – obgleich diese schonender für den Patienten sind und einen großen diagnostischen Zusatznutzen haben.

Kooperation gestartet

Angesichts der Häufigkeit der Erkrankung und der Vorteile der Bildgebung mittels MRT für die Diagnose stelle sich allerdings die Frage, ob und wie die erforderlichen Kapazitäten für einen umfangreicheren Einsatz des Verfahrens im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen geschaffen und finanziert werden können, wie das Hamburger Start-up Fuse-AI und das Universitätsklinikum Jena (UKJ) hervorheben.

Die beiden haben nun eine Kooperation gestartet, die die Entwicklung und Validierung eines Deep-Learning-basierten Assistenzsystems zur Diagnose von Prostatakrebs zum Ziel hat. Dafür wollen die Partner ein MRT-Protokoll nutzen, das ohne Kontrastmittel auskommt.

Der im Vergleich zu Standardmessungen verkürzte Messablauf konzentriere sich auf Parameter, die für die Beurteilung der Prostata notwendig seien. Dies solle aber nicht zu Lasten der diagnostischen Genauigkeit gehen. „Als Assistenzsystem entwickeln wir eine KI-basierte Bildanalyse-Software, die den Radiologen während der Befundung mit relevanten Informationen versorgt“, so Matthias Steffen, Geschäftsführer von FUSE-AI.

„Für Patienten verringert sich gesundheitliche Risiko“

Die Vorteile einer solchen kontrastmittelfreien Prostata-Bildgebung lägen nicht nur in der Kostenersparnis für das Gesundheitssystem und der Zeitersparnis für den untersuchenden Arzt.

„Für die Patienten verringert sich das gesundheitliche Risiko, wenn wir auf die Kontrastmittel verzichten können“, so Professor Tobias Franiel, am UKJ Leiter der onkologischen und uroradiologischen Bildgebung im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und klinischer Leiter des Projektes. (maw)

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