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Protein bei Nervenkrankheit ALS identifiziert

WASHINGTON / MÜNCHEN (dpa). Ein deutsch-US-amerikanisches Forscherteam hat ein Protein gefunden, das bei der unheilbaren Nervenkrankheit ALS beteiligt ist.

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Das Eiweißmolekül mit der Bezeichnung TDP-43 ist auch an Demenzerkrankungen beteiligt, wie die Gruppe um Privatdozentin Manuela Neumann von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität in der Fachzeitschrift "Science" (314, 2006, 130) berichtet.

Die amyotrophe Lateralsklerose (ALS), an der zum Beispiel der deutsche Maler Jörg Immendorff und der britische Astrophysiker Stephen Hawking erkrankt sind, ist eine seltene Erkrankung des ZNS, bei der nach und nach alle willkürlich steuerbaren Muskeln gelähmt werden. Die Betroffenen werden oft als Gefangene im eigenen Körper bezeichnet.

Das jetzt identifizierte Protein lagert sich im Gehirn der Patienten ab. Die Forscher hoffen, daß ihre Entdeckung auch dazu beiträgt, bessere Therapien für solche Patienten zu entwickeln.

Obwohl verschiedene Nervenzellen betroffen sein können und sich das Krankheitsbild unterscheidet, vermuten einige Wissenschaftler, daß es sich bei ALS und einer bestimmten Form der frontotemporalen Demenz um verschiedene Ausprägungen derselben neurodegenerativen Störung handelt. Neumann und ihre Mitarbeiter fanden unterschiedliche Versionen des TDP-43-Proteins in Gewebeproben von Patienten, die eine der beiden Erkrankungen haben.

Die feinen Unterschiede zwischen den einzelnen Eiweiß-Varianten könnten das Ergebnis ähnlicher, aber nicht identischer Mechanismen der Krankheitsentstehung sein, die letztlich zur fortschreitenden Degeneration verschiedener Nervenzellen führen, berichten die Forscher.

ALS und eine bestimmte Form frontotemporaler Demenz sind nach der Alzheimer-Erkrankung die häufigste Ursache von Gedächtnisschwäche bei Menschen unter 65 Jahren.

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