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Punkte-Skala fürs Thromboserisiko bei Krebs

Welche Krebspatienten brauchen während einer ambulanten Behandlung, etwa einer Chemotherapie, eine Thromboseprophylaxe? Die Entscheidung erleichtert ein neuer Risikoscore mit sechs Faktoren.

Von Simone Reisdorf Veröffentlicht:
Während einer ambulanten Chemotherapie kann bei den Krebspatienten eine Prophylaxe venöser Thromboembolien angezeigt sein.

Während einer ambulanten Chemotherapie kann bei den Krebspatienten eine Prophylaxe venöser Thromboembolien angezeigt sein.

© Foto: di

Nicht nur bei Operationen, sondern auch bei ambulanter Behandlung können Krebspatienten eine Thromboseprophylaxe benötigen. Das ist oft der Fall, wenn sie eine Chemo-, Hormon- oder Supportivtherapie erhalten. Ein neuer Risikoscore soll die Entscheidung erleichtern.

Bei bestimmten Risikofaktoren könne eine Prophylaxe venöser Thromboembolien bei Krebs sinnvoll sein, sagte Professor Anna Falanga aus Bergamo bei einem Kongress in Prag. Außer chirurgischen Eingriffen seien das akute internistische Erkrankungen mit Hospitalisierung, Chemo-, Hormon- oder Supportivtherapie, etwa mit Erythropoietin, zentraler Venenkatheter, Immobilität, angeborene Gerinnungsstörung oder venöse Thromboembolie (VTE) in der Anamnese.

In den Leitlinien wird keineswegs allen Krebspatienten in ambulanter Behandlung eine Thromboseprophylaxe empfohlen. Auch dann nicht, wenn sie eine Chemo erhalten. "Für diese Patienten wurde kürzlich ein spezieller Risikoscore entwickelt", so Falanga bei einem von Pfizer unterstützten Symposium. Mit sechs Faktoren können die Patienten sieben Punkte erreichen:

  • 2 Punkte, wenn der Tumor in Pankreas oder Magen liegt,
  • 1 Punkt, wenn er in Lunge, Harnblase oder Genitalien lokalisiert ist oder wenn es ein Lymphom ist,
  • 1 Punkt bei mindestens 350 000 Thrombozyten pro Mikroliter Blut,
  • 1 Punkt bei mehr als 11 000 Leukozyten pro Mikroliter Blut,
  • 1 Punkt bei einem Hämoglobinwert unter 10 Gramm pro Deziliter oder bei Therapie mit EPO,
  • 1 Punkt bei einem BMI ab 35

Nur bei null Punkten sei das Risiko einer venösen Thromboembolie gering, sagte Falanga. Bei ein oder zwei Punkten liege ein mittleres und ab drei Punkten ein hohes VTE-Risiko vor. Für die VTE-Prophylaxe haben sich nach ihren Angaben niedermolekulare Heparine (NMH) wie Dalteparin (Fragmin®) bewährt: "Ihr antikoagulatorischer Effekt ist vorhersagbar, sie werden in einzelnen Tagesdosen angewendet und verursachen selten eine reaktive Thrombozytopenie oder eine Osteoporose", so Falanga. In Langzeitstudien mit Krebspatienten hatten NMH ein akzeptables Sicherheitsprofil.

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