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Punktion im Schnellverfahren

HEIDELBERG (ple). Punktionsnadeln, die nicht nur eine, sondern zusätzlich fünf Öffnungen haben, können die Aspiration von Knochenmarkzellen für die allogene Transplantation wesentlich erleichtern - es geht schneller und schonender. Die meisten Knochenmarkspender können bereits am selben Tag die Klinik wieder verlassen.

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In einer retrospektiven Studie mit knapp 50 gesunden potenziellen Knochenmarkspendern haben Heidelberger Hämatologen geprüft, ob sich durch Verwendung einer Punktionsnadel mit zusätzlich fünf seitlichen Öffnungen statt nur einer einzigen die Knochenmarkentnahme verbessern lässt. Tatsächlich ließ sich die Entnahmezeit deutlich verkürzen: Für etwa 1000 Milliliter Knochenmark aus dem Beckenknochen benötigten die Onkologen um Dr. Heinrich Lannert und Professor Anthony Ho statt 27 Minuten nur etwa 12 Minuten.

Wie die Arbeitsgruppe von der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg vorab berichtet, ließen sich mit der verbesserten Hohlnadel pro Minute fast 82 Milliliter Zellen gewinnen, bei Verwendung einer Hohlnadel mit nur einer Öffnung nur etwa 40 Milliliter (Bone Marrow Transplantation online). Die Zahl der Lymphozyten im Aspirat als Zeichen der Kontamination mit Zellen aus dem peripheren Blut sei nach Punktion mit einer Nadel mit zusätzlich fünf Öffnungen niedriger gewesen als in der Vergleichsgruppe: im Median waren es 395 000 versus 555 000 Lymphozyten  pro  Mikroliter.

Schließlich konnten deutlich mehr Knochenmarkspender noch am selben Tag die Klinik verlassen, wenn die Stammzellen mit einer Hohlnadel mit fünf zusätzlichen seitlichen Öffnungen entnommen wurden. Nach acht Stunden konnten 81 Prozent statt nur 56 Prozent bei Punktion mit herkömmlicher Nadel die Klinik verlassen.

Die Heidelberger Kollegen weisen darauf hin, dass ihre Untersuchung bisherige Studienergebnisse bestätigen, dass die Entnahme von Knochenmarkzellen aus dem Beckenknochen für die allogene Stammzelltransplantation innerhalb eines Tages sicher und ambulant möglich ist. Nach Angaben der Universitätsklinik Heidelberg werden in Europa derzeit etwa 10 000 Stammzellspenden transplantiert. Davon werden nur etwa 2500 Spenden durch Entnahmen von Knochenmark etwa aus dem Beckenknochen gewonnen.

In den vergangenen Jahren wurde zunehmend die Transplantation von Stammzellen aus dem peripheren Blut vorgenommen. Die Stammzellen wurden durch Mobilisierung der Zellen mit Kolonie-stimulierenden Faktoren und durch Leukapherese gewonnen. Tannert und seine Kollegen erinnern daran, dass Transplantate peripherer hämatopoetischer Stammzellen bis zu zehn Prozent mehr T-Zellen als Knochenmarkspenden enthalten.

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