Direkt zum Inhaltsbereich

Ramipril schützt auch die Gefäße alter Menschen

VARESE (ner). Ramipril eignet sich als Erstlinientherapie zur Sekundärprävention kardiovaskulärer Symptome bei Patienten über 70 Jahre. Den Wirkstoff empfehlen italienische und US-amerikanische Kollegen nach der neuen Auswertung einer großen Studie.

Veröffentlicht:

Erstmals haben die Wissenschaftler die Auswirkungen einer Langzeittherapie mit einem ACE-Hemmer bei alten Patienten mit Gefäßkrankheiten oder Diabetes mellitus analysiert. Demnach müssen 18 Patienten 4,5 Jahre mit Ramipril behandelt werden, damit ein schweres kardiovaskuläres Ereignis wie Herzinfarkt oder Schlaganfall verhindert wird. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Dr. Monica Gianni aus Varese in Italien (EHJ 28, 2007, 1382).

Als Grundlage diente den Forschern die HOPE*-Studie. Von den mehr als 9000 Teilnehmern dieser Studie hatten 2700 Patienten älter als 70 Jahre randomisiert 10 mg Ramipril oder Placebo erhalten. Knapp fünf Jahre lang wurden sie beobachtet. Innerhalb dieses Zeitraums hatten 24 Prozent der Patienten mit Placebo ein schweres kardiovaskuläres Ereignis und knapp 19 Prozent mit dem ACE-Hemmer. Der Unterschied war signifikant.

Die Herzinfarktraten betrugen mit ACE-Hemmer zwölf Prozent, mit Placebo dagegen 16 Prozent. Die Schlaganfallrate lag bei über 5 Prozent im Vergleich zu knapp 8 Prozent mit Placebo. Diese Unterschiede waren ebenfalls signifikant. Der protektive Effekt sei damit sogar deutlich stärker als bei den jüngeren Patienten der HOPE-Studie, betont Gianni.

Befürchtungen, dass mit der ACE-Hemmer-Therapie bei alten Menschen gehäuft unerwünschte Wirkungen auftreten, bestätigten sich nicht. Der ACE-Hemmer wurde im allgemeinen gut vertragen, Symptome wie Angioödeme, Hypotension oder Hyperkaliämie waren selten. Die Kardiologen empfehlen, die Ramipril-Dosis über vier Wochen langsam zu steigern, beginnend mit 2,5 mg täglich.

HOPE ist eine Studie mit 9300 Patienten, die ein hohes kardiovaskuläres Risiko hatten. Die nun vorliegende Studie ist eine nachträgliche Analyse der Subgruppe der alten Studienteilnehmer: 2400 waren 70 bis 79 Jahre alt, 260 waren über 80.

*HOPE bedeutet Heart Outcomes Prevention Evaluation

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

Damit die Behandlung anschlägt

Intensivierung bei therapieresistenter Hypertonie: Wie vorgehen?

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Lesetipps
Eine Sporttasche liegt am Boden und ist gefüllt mit Sportsachen, wie einem Springseil, einem Fußball, Laufschuhen und Tennisschlägern.

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Körperliches Training

Mit einer Stunde mehr Sport die Brustkrebsmortalität senken?

Ein Schild "Stromausfall wir können leider nicht öffnen. Im Notfall bitte klopfen" ist an einer Tür angebracht.

© Marijan Murat/dpa

Krisenresilienz

Stromausfall in Reutlingen: Eine Ärztin schildert ihre Erfahrungen