Raucherlungen altern rascher - das verleidet die Zigaretten

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HODDESDON (ars). Den Patienten einen Befund nicht in dürren Zahlen, sondern mit einem anschaulichen Vergleich zu präsentieren - das fördert gesundheitsbewusstes Verhalten. Teilt man etwa einem Raucher mit: "Sie mit 50 haben eine Lunge wie ein 75-Jähriger" sind die Chancen eines Rauchverzichts größer, als wenn er nur seine Einsekundenkapazität erfährt.

Das Konzept des "Lungenalters" sei eine gute Möglichkeit, spirometrische Daten verständlich zu machen, berichtet der britische Allgemeinarzt Dr. Gary Parkes aus Hoddesdon in seiner Studie (BMJ 336, 2008, 598). Es beruht darauf, dass die Lungenfunktion bei Rauchern mit dem Alter stärker abnimmt als bei Nichtrauchern - so als ob die Lunge rascher altern würde. Die Differenz lässt sich grafisch darstellen und mit der Botschaft verknüpfen: Bemühen Sie sich, diese vorzeitige Alterung zu verlangsamen!

Fast 14 Prozent der so vorbereiteten Teilnehmer hörten innerhalb eines Jahres auf, dagegen nur 6 Prozent jener, die lediglich ihren FEV1-Wert erfuhren. Als objektiver Indikator diente der Kotiningehalt im Speichel. Eigenen Angaben zufolge rauchten die Patienten zu Studienbeginn durchschnittlich 17 Zigaretten täglich, nach zwölf Monaten waren es bei der Versuchsgruppe noch 12, bei der Kontrollgruppe 14.

Ob jemand das Rauchen aufgab oder nicht, war unabhängig von der Lungenfunktion. Die Patienten mit erhöhtem Lungenalter verstanden ihren Befund als Appell, keine weitere Beschleunigung in Kauf zu nehmen, die Patienten mit noch altersgerechter Kapazität fassten das erfreuliche Resultat als Anreiz auf, auf Zigaretten zu verzichten, bevor es zu spät wäre, berichtete Parkes.

Seine Arbeitsgruppe untersuchte 561 Raucher zunächst spirometrisch. 16 Prozent hatten eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung. Alle erhielten den Rat, das Rauchen aufzugeben sowie Infos zu Gesundheitsrisiken und Entwöhnung.

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