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Reflux führt Patienten oft zu Kardiologen

BERLIN (MV). Extraösophageale Manifestationen eines Reflux sind weitaus häufiger als lange Zeit angenommen. Aufmerksam sollten Kollegen etwa bei nicht-kardial bedingtem Thoraxschmerz oder bei chronischem Husten werden.

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Reflux könne zum Beispiel thorakales Brennen oder einen unspezifischen Brust- oder Oberbauchschmerz verursachen, der nur schwer von Symptomen einer Herzerkrankung abzugrenzen ist, erinnerte Professor Andreas de Weerth vom Uniklinikum Hamburg.

"Manche Patienten, die unter Angina pectoris leiden, werden vorschnell als Reflux-Patienten eingeordnet und mit Protonenpumpenhemmern behandelt. Ebenso werden aber auch Patienten, die unter Reflux leiden, mitunter unnötigerweise angiografiert, weil Brustschmerz oder dumpfes Oberbauchgefühl als Symptom eines Hinterwandinfarkts gedeutet wird." Eine genaue Anamnese und sorgfältige klinische Untersuchung könnten hier schon wegweisend sein, so de Weerth bei einer Veranstaltung von Eisai in Berlin.

Chronischer Husten: Etwa jeder vierte hat Reflux.

Noch weniger bekannt seien Studien, denen zufolge chronischer Husten in etwa jedem vierten Fall mit Reflux assoziiert sei, sagte de Weerth der "Ärzte Zeitung". Besonders bei Patienten mit chronischem Husten, chronischer Kehlkopf- oder Stimmbandentzündung sowie wiederholten Sinusitiden rät de Weerth daher, auch an Reflux zu denken. "Die Patienten berichten häufig, dass sie nachts aufwachen und Säure oder viel Flüssigkeit im Mund hätten." Bei einem solchen Volumenreflux bestehe grundsätzlich die Gefahr der Aspiration. Meist wachten die Patienten aber hustend auf, so de Weerth.

Auch Asthma kann in Zusammenhang mit gastroösophagealem Reflux stehen. Erste Hinweise ergeben sich oft bereits durch eine gezielte Anamnese. De Weerth: "Wenn Sie einen Patienten mit allergischem Asthma fragen, wann seine Beschwerden denn auftreten, werden Sie sich wundern, wie häufig die Antwort lautet, die Beschwerden träten auch dann schon auf, wenn das auslösende Antigen, etwa die Erle, noch gar nicht blüht. Die Erklärung ist einfach, denn der Reflux kann das ganze Jahr über Probleme bereiten."

Grob geschätzt haben 20 Prozent der Reflux-Patienten extraösophageale Symptome ohne die klassischen Zeichen Sodbrennen, saures Aufstoßen und Dysphagie. Für nicht-kardial bedingte Thoraxschmerzen liegen etwa Daten US-amerikanischer Kollegen vor, nach denen neun Prozent von mehr als 1250 Patienten mit Thoraxschmerzen keine Herz- oder Lungenkrankheit haben. Jeder zweite dieser Patienten berichtete auch über häufige Refluxsymptome wie Sodbrennen. Außerdem waren die Risikofaktoren für nicht-kardialen Thoraxschmerz die gleichen wie für Reflux: Übergewicht, Zigarettenkonsum, Therapie mit ASS oder NSAR. Daraus wurde gefolgert, dass Reflux Ursache der Thoraxschmerzen war.

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