Rheuma erhöht Fehltage bei der Arbeit um das Fünffache

BERLIN (hub). Die Rheumatoide Arthritis (RA) beeinträchtigt die Patienten bereits im ersten Jahr auch sozial stark: Die Arbeitsunfähigkeit nimmt um das Fünffache zu.

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Geschwollene Fingergrundgelenke bei Rheumatoider Arthritis.

Geschwollene Fingergrundgelenke bei Rheumatoider Arthritis.

© Foto: Kary, m.frdl. Genehmigung v. Dr. R. Alten

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Ausgewertet wurden Daten der vergangenen zehn Jahre von Patienten mit entzündlichem Rheuma, etwa RA, Morbus Bechterew, Psoriasis-Arthritis oder auch systemischem Lupus erythematodes.

Bei RA waren im ersten Jahr nach der Diagnose Männer im Mittel elf Tage und Frauen acht Tage arbeitsunfähig (Z Rheumatol 67, 2008, 157). Im Vergleich mit allen Krankenversicherten hatten RA-Patienten damit fünfmal so viele Fehltage. Noch erwerbstätige RA-Patienten mit längerer Krankheitsdauer - 70 Prozent hatten mindestens fünf Jahre die Erkrankung - hatten Arbeitsunfähigkeitsereignisse von mehr als acht Wochen.

Zwischen den drei bedeutendsten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen gab es nur geringe Unterschiede: Ob RA, M. Bechterew, Psoriasis-Arthritis - die Krankheitsdauer war ähnlich lang. Rheuma führt dabei auch in die Frühverrentung: Die Erwerbstätigkeit ist bei RA-Patienten im Vergleich zur Normalbevölkerung um 43 Prozent vermindert.

Die Zahlen sind auch volkswirtschaftlich relevant: Bei einer Krankheitsdauer von zwei bis drei Jahren ermittelten die Studienautoren um Professor Angela Zink von Deutschen Rheumaforschungszentrum: Die indirekten Kosten der RA betragen bei einer Dauer der RA von unter fünf Jahren etwa 6000 Euro pro Jahr und Patient, bei über zehn Jahren Dauer fast 16 000 Euro.

Daten zur Hilfs- und Pflegebedürftigkeit der RA-Patienten sind nur wenige verfügbar. Sie nimmt mit der Dauer der Erkrankung zu: Nach 20-jähriger Dauer ist mehr als die Hälfte der Patienten betroffen.

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