Richtig stehen am Arbeitsplatz

Sensormatte beugt Haltungsschäden vor

Eine falsche Haltung am Steharbeitsplatz kann zu Beckenfehlstellungen oder Bandscheibenvorfällen führen. Stuttgarter Forscher haben eine Sensormatte entwickelt, die Haltungsschäden vorbeugen könnte.

Veröffentlicht: 08.09.2020, 11:07 Uhr
Sensormatte erfühlt, ob sich der Druck beim Stehen auf die Füße richtig verteilt.

Auch durch Schuhsohlen hindurch erfühlt die Sensormatte, wie sich der Druck auf die Füße verteilt. Jedes der farbigen Felder steht für einen der 48 Sensoren in der Matte. Die Anzeige reicht von geringem (grün) bis hohem Druck (rot).

© Rainer Bez/Fraunhofer IPA

Stuttgart. Eine Sensormatte für Steharbeitsplätze, die Gewichtsverlagerungen erkennt, haben Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart entwickelt. Die Matte sei gemeinsam mit der isoloc Schwingungstechnik GmbH konzipiert worden und könne helfen, Haltungsschäden vorzubeugen, teilt das Institut mit.

Solche Sensormatten kämen bisher vor allem in Fabrikhallen zum Einsatz, wenn Mensch und Roboter eng zusammen arbeiten. Erkennt eine solche Matte durch Betreten einen Mitarbeiter, wird der Roboter abgeschaltet und so möglicherweise ein folgenschwerer Arbeitsunfall verhindert.

Sicherheitsschuhe sind kein Problem

Die neue Sensormatte erkenne mit 48 Sensoren die Fußposition des Mitarbeiters durch die Schuhsohle hindurch und zeige die Körperhaltung dem Mitarbeiter an. Auch Sicherheitsschuhe beeinträchtigten die Messung nicht. „Damit können sie selbst kontrollieren, ob sie eine gesunde Körperhaltung einnehmen und bei Bedarf sofort korrigieren“, wird Entwicklungsingenieur Julian Stübing von der Abteilung Funktionale Materialien am Fraunhofer IPA in der Mitteilung zitiert.

Bekanntermaßen kann langes Stehen, bei dem immer dasselbe Bein belastet wird oder das Gewicht ungleichmäßig auf den Füßen verteilt wird, zu Beckenfehlstellungen, Bandscheibenschäden, verspanntem Nacken oder zu Schmerzen im Rücken, in den Beinen oder in den Schultern führen.

Bislang liefere die Matte lediglich Rückmeldung zum Druck, der auf den Füßen lastet. Eine Auswertung finde noch nicht statt. Das könne sich aber bald schon ändern, denkbar sei zum Beispiel ein Ampelsystem, das dem Mitarbeiter anzeigt, ob er gut (grün) steht, ob es Verbesserungspotenzial gibt (gelb) oder ob sein Stand ein Bein zu sehr belastet (rot), heißt es in der Mitteilung weiter. (eb)

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