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Rückenschmerz - Ursache kann ein Pankreas-Ca sein

MÜNCHEN (kat). Für das Pankreaskarzinom gilt weiterhin, dass Inzidenz und Mortalität nahezu identisch sind - nicht zuletzt, weil es bei zwei Dritteln der Patienten erst im metastasierten Stadium entdeckt wird. Ersten Warnhinweisen sollten Hausärzte also unbedingt nachgehen, betont Professor Volker Heinemann vom Klinikum Großhadern in München.

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Ringförmige Rückenschmerzen ohne orthopädische Ursache können auf ein Pankreaskarzinom deuten.

Ringförmige Rückenschmerzen ohne orthopädische Ursache können auf ein Pankreaskarzinom deuten.

© Foto: imago/emil umdorf

Die Inzidenz des Pankreas-Ca liegt bei etwa 10 pro 100 000 Einwohner. Bisher komme die Mehrzahl der Patienten erst im metastasierten Stadium eines Pankreas-Ca in die Sprechstunde, so Heinemann - typischerweise nach monatelanger erfolgloser Ursachensuche für den ringförmigen Rückenschmerz. Wird die Diagnose erst in diesem Stadium gestellt, bleiben den Patienten selbst unter adäquater Therapie nur noch fünf bis neun Monate Lebenszeit. Anders ist das, wenn der Tumor schon im resezierbaren Stadium diagnostiziert wird. Dann kann die Überlebenszeit durch eine Therapie noch 20 bis 22 Monate betragen.

Heinemann wies auf einer Veranstaltung von Roche Pharma darauf hin, dass vor allem Oberbauch- oder ringförmige Rückenschmerzen, für die keine orthopädische Ursache gefunden wird, Hinweise auf ein Pankreaskarzinom sein können. Auch in der S3-Leitlinie zum Pankreaskarzinom von 2007 wird in dieser Situation eine gezielte Diagnostik vorgeschrieben. Primär gehe es um eine Abdomen-Sonografie und die Bestimmung von Laborparametern.

Weitere Hinweise könne die Anamnese liefern, so Heinemann. Die Patienten sollten nach Tumorerkrankungen in der Familie gefragt werden, sowie nach Pankreatitiden in der Anamnese. Als weitere Frühsymptome nannte Heinemann den schmerzlosen Ikterus und einen neu aufgetretenen Typ-2-Diabetes, bei dem die typischen Begleiterkrankungen fehlen. Wenn bereits B-Symptome wie Gewichtsverlust vorliegen, sei die Tumorerkrankung schon relativ weit fortgeschritten, betonte der Onkologe.

Heinemann riet, Patienten mit einem Pankreaskarzinom im resezierbaren Stadium für die chirurgische Therapie - die sogenannte Whipple-Op - in ein spezialisiertes Zentrum zu schicken, in dem mindestens 50 Operationen dieser Art pro Jahr gemacht werden. Denn wie bei anderen Eingriffen auch, korreliert der Erfolg mit der Menge der Eingriffe. Beim Pankreaskarzinom seien die Operateure an den Zentren München, Berlin und Heidelberg am erfahrensten. Bei der Operation werden der Pankreas-Kopf, ein Teil des Duodenums und etwas Gewebe aus der Umgebung reseziert.

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