Rückentätowierungen sind für Anästhesisten ein Graus

SAN DIEGO (Rö). Von mehr oder weniger attraktiven Tätowierungen, die hinten aus dem tief angesetzten Hosenbund ragen, sollte jungen Frauen abgeraten werden. Denn sie können im Kreißsaal zum Problem werden, weil sie bei einer regionalen Betäubung stören und ein alternatives Vorgehen erforderlich machen.

Veröffentlicht:

Darauf hat der Anästhesist Dr. Krystof M. Kuczkowski von der Universität von Kalifornien in San Diego hingewiesen (Arch Gynecol Obstet online). Denn Rückentatoos liegen oft genau über den Zwischenwirbelräumen, die bei einer Regionalanästhesie genutzt werden.

Eine regionale Betäubung mit einem Einstich durch die tätowierte Haut birgt jedoch Risiken. Denn allergene und eventuell toxische Farbpigmente können durch den Einstich mit den relativ dicken Nadeln in tiefere Gewebeschichten gelangen und dort Irritation hervorrufen.

Entsprechende Fallgeschichten seien in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben, berichtet Kuczkowski. In diesen Fallgeschichten wird über entzündliche oder granulomatöse Reaktionen auf Farbstoffpigmente berichtet, die sich etwa als vorübergehende Druckempfindlichkeit oder ein Gefühl des Brennens zeigen.

Die Autoren mehrerer wissenschaftlicher Veröffentlichungen empfehlen deshalb, daß bei Regionalanästhesien Hautpunkturen durch tätowierte Haut vermieden werden sollten. Es sollten dazu entweder andere Wirbelzwischenräume gesucht, ein paramedianer Zugang gewählt, oder durch ein Hautstück gestochen werden, das keine Tätowierungsfarbe enthält.

Falls alles dies nicht möglich und bei einer Geburt eine Regionalanästhesie nötig ist, rät Kuczkowski, einen oberflächlichen Hauteinschnitt zu machen, bevor die Nadel eingeführt wird.

Mehr zum Thema

Reaktion auf MD Bund-Kritik

Gynäkologen verteidigen IGeL-Ultraschall

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Abb. 1: Schematische Wirkprinzipien verschiedener immuntherapeutischer Ansätze beim Multiplen Myelom

© Johnson & Johnson

Therapie des Multiplen Myeloms

Ebnet die Präzisionsmedizin den Weg zur funktionellen Heilung dieser Neoplasie?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss
Abb. 1: sPGA-Ansprechen über zwei Jahre

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1]

Psoriasis-Therapie bei Kindern und Erwachsenen

PDE-4-Hemmer: erste orale Systemtherapie für Kinder − auch bei besonderen Manifestationen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann

Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen