Impfen

Rückschlag für Pneumokokken-Impfstoff

Der konjugierte Pneumokokken-Impfstoff wird noch nicht für den Routineschutz von Senioren empfohlen. Der Studiendaten reichen der STIKO nicht aus.

Veröffentlicht:
Für die Routine-Impfung von Senioren empfiehlt die STIKO den modernen Pneumokokken-Impfstoff noch nicht.

Für die Routine-Impfung von Senioren empfiehlt die STIKO den modernen Pneumokokken-Impfstoff noch nicht.

© imago

BERLIN (eis). Allen Menschen über 60 Jahre sowie chronisch Kranken jeden Alters wird in Deutschland die Pneumokokken-Impfung empfohlen. Dazu gibt es seit vielen Jahren den 23-valenten Polysaccharidimpfstoff (PPSV23).

Kürzlich wurde der konjugierte Kinder-Impfstoff Prevenar13® (PCV13) auch für Erwachsene über 50 Jahre zugelassen. Die Ständige Impfkommission hat jetzt allerdings beschlossen, dass sie den modernen Impfstoff noch nicht bundesweit für die Routine-Impfung von Senioren empfehlen wird (Epi Bull 2012; 7: 55).

Die vorliegenden Studien reichen dem Gremium für eine generelle Empfehlung noch nicht aus. "Daten zur Wirksamkeit von PCV13 gegen klinisch relevante Endpunkte wie invasive Pneumokokken-Erkrankungen (IPD), pneumokokkenbedingte Lungenentzündungen und Todesfälle liegen für Erwachsene bisher nicht vor", betont die STIKO.

Der neue Impfstoff ist zwar immunogener als der bisherige Standard, deckt aber nur 13 Pneumokokken-Serotypen ab im Vergleich zu 23 in PPSV23.

In manchen Fällen ist es sinnvoll, mit PCV13 und PPSV23 zu impfen

Die STIKO merkt dazu an: Aktuelle Daten zur Serotypenverteilung in Deutschland zeigen, dass bei IPD-Patienten im Alter ab 60 Jahren Serotypen isoliert wurden, die zu 82 Prozent in PPSV23 enthalten sind und zu 63 Prozent in PCV13.

Ob und wie sich die beobachtete bessere Immunogenität von PCV13 bei gleichzeitig schmalerem Serotypenspektrum auf die Schutzwirkung auswirkt, könne durch die vorliegenden Studiendaten nicht beurteilt werden.

Bei Indikationsimpfungen gibt es einen vorsichtigen Rat zum Einsatz der Vakzine: Ist eine wiederholte Impfung gegen Pneumokokken aufgrund von Immundefizienz oder chronischer Nierenkrankheit indiziert, sei es möglicherweise sinnvoll, sowohl mit PCV13 als auch mit PPSV23 zu impfen, so die STIKO.

Dabei sollte immer mit PCV13 begonnen werden. Eine nach fünf Jahren anstehende Wiederholungsimpfung bei Vorimpfung mit PPSV23 könne aber mit PCV13 erfolgen. Der neue Impfstoff ist allerdings nur im Alter bis fünf und über 50 Jahre zugelassen. Die Kostenerstattung ist mit der jeweiligen Krankenkasse zu klären.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Zögern beim Impfschutz

Mehr zum Thema

Berechnung von Statistikern

Mehr COVID-Tote in Bundesländern mit niedriger Impfquote

Corona-Studien-Splitter

COVID-Impfstoff: Moderna schützt wohl ein bisschen besser als BioNTech

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Long-COVID-Syndrom: Warum Frauen häufiger betroffen sind

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Infusionen bei Long-COVID

Long-COVID-Syndrom: Warum Frauen häufiger betroffen sind

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Hendrick Wüst, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (vorne von rechts), Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Olaf Scholz (SPD), SPD-Kanzlerkandidat und Bundesminister der Finanzen, auf dem Weg zur Pressekonferenz, auf der sie die beschlossenen Maßnahmen vorstellten.

© John Macdougall/AFP-Pool/dpa

Einheitliche Standards beschlossen

Bund-Länder-Gipfel ebnet regionalen Corona-Lockdowns den Weg

AU-Bescheinigungen können vorerst bis Ende März auch weiter via Telefon-Kontakt ausgestellt werden.

© Stockfotos-MG / stock.adobe.com

Corona-Sonderregeln

GBA verlängert Tele-AU bis Ende März 2022