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DGGG / DKG

S3-Leitlinie zu Brustkrebs aktualisiert

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat eine Aktualisierung der S3-Leitlinie zum Mammakarzinom vorgelegt.

Veröffentlicht:

BERLIN. Erstmalig ist auch die Früherkennung, die bislang in einer eigenen Leitlinie behandelt wurde, in die aktualisierte Fassung der S3-Leitlinie zum Mammakarzinom integriert, teilen die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) mit. Die Leitlinie richtet sich an alle Ärzte und Angehörige von Berufsgruppen, die mit der Versorgung von Brustkrebspatientinnen befasst sind, so die DGGG und DKG, unter deren Federführung die neue Version entstand.

Brustkrebs ist in allen Staaten der industrialisierten Welt die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Seit den 1980er Jahren stieg die Zahl der Fälle auf das Doppelte: Ungefähr 70.000 Mal im Jahr stellen Ärzte in Deutschland die Diagnose Brustkrebs bei einer Frau, heißt es in der Mitteilung."Besonders im therapeutischen Bereich entwickelt sich das medizinische Wissen extrem rasch", wird Professor Achim Wöckel, der Koordinator der Leitlinie, in der Mitteilung zitiert. "Wir wissen inzwischen aus verschiedenen Versorgungsforschungsprojekten, dass ein leitlinienkonformes Vorgehen das Endergebnis der Brustkrebsbehandlung verbessert. Umso wichtiger ist eine regelmäßige Anpassung der Leitlinie an die neue Evidenz."

So enthält die überarbeitete Fassung unter anderem Empfehlungen zur Diagnostik, Behandlung und Beratung von Frauen mit erhöhter familiärer bzw. genetischer Belastung. Das Kapitel zur operativen Therapie berücksichtigt moderne Operationsverfahren und geht auf das Vorgehen bei der Entnahme der Lymphknoten in der Achselregion ein: Die Empfehlungen sollen die Radikalität der operativen Maßnahmen senken. Auch in der Strahlentherapie können schonendere Strategien eingesetzt werden, besonders bei Patientinnen im fortgeschrittenen Alter.

In der Diagnostik sind ebenfalls neue Empfehlungen zu den bisherigen hinzugekommen: Patientinnen mit hohem Rückfall- bzw. Metastasierungsrisiko wird nun explizit eine CT-Untersuchung von Brust- und Bauchraum empfohlen. Außerdem weist die Leitlinie darauf hin, dass der Biomarker Ki67 zu den herkömmlichen Prognosefaktoren hinzugenommen werden kann und dass die Durchführung von Multigen-Tests in bestimmten Situationen sinnvoll sein kann. "Immer mehr Patientinnen wollen selbst etwas zu ihrer Gesundung beitragen. Mittlerweile mehren sich die Beweise dafür, dass mehr körperliche Aktivität und eine Gewichtsreduktion das Rückfallrisiko verringern und das subjektive Wohlbefinden erhöhen können, auch darauf geht die Leitlinien ein", ergänzt Wöckel.(eb/ikr)

Die Leitlinie steht auf: www.leitli- nienprogramm-onkologie.de

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