Direkt zum Inhaltsbereich

COVID-Schutz

STIKO empfiehlt Corona-Impfung für alle fünf- bis elfjährigen Kinder

Alle Kinder zwischen fünf und elf Jahren sollten gegen COVID-19 geimpft werden, rät nun die STIKO – und gibt auch eine Empfehlung zum Impfstoff ab.

Marco MrusekVon Marco Mrusek Veröffentlicht: | aktualisiert:
Pflaster auf dem Arm nach der Impfung: Die STIKO hat ihre Corona-Impfempfehlung für Kinder zwischen fünf bis elf Jahren ausgeweitet.

Impfung von Kindern gegen COVID-19: Der neuen STIKO-Empfehlung sollen nun alle Fünf- bis Elfjährigen gegen COVID-19 geimpft werden, vorzugsweise mit Comirnaty®, alternativ Spikevax®.

© Laci Perenyi / picture alliance

Berlin. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Empfehlung für die Impfung gegen COVID-19 bei Fünf- bis Elfjährigen geändert. Demnach sollen jetzt alle Fünf- bis Elfjährigen geimpft werden, unabhängig von Vorerkrankungen oder bisherigen Infektionen (Epid Bull 21/2022).

Einzelheiten: Gesunden Kindern empfiehlt die STIKO eine Impfung mit einer Dosis, vorzugsweise Comirnaty®, alternativ Spikevax®. Für letzteren Impfstoff liegen bisher ausschließlich Sicherheitsdaten aus der Zulassung vor, deshalb empfiehlt die STIKO präferenziell die Impfung mit Comirnaty.

Gesunde Kinder, in deren Umfeld Angehörige oder Kontaktpersonen mit einem hohen Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf leben, sollen eine Grundimmunisierung mit zwei Impfstoffdosen bekommen. Kinder mit Vorerkankung sollen eine Grundimmunisierung sowie eine Auffrischungsimpfung (Booster) erhalten.

Gute Basisimmunität aufbauen

Grund für die Änderung sei, „bei allen fünf- bis elfjährigen Kindern jetzt eine möglichst gute Basisimmunität aufzubauen als Vorsorge für kommende Infektionswellen“, erläuterte Dr. Martin Terhardt, Kinder- und Jugendarzt und Mitglied der STIKO bei einer Veranstaltung des Science Media Centers aus Anlass der neuen Empfehlungen. „Wir hoffen, dass wir mit dieser Impfempfehlung für alle Kinder verhindern können, dass schwere Verläufe zukünftig auch bei Kindern ohne Risikofaktoren vorkommen können.“

In den vergangen zwei Jahren habe es die Kritik gegeben, dass man in Bezug auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen unvorbereitet in die Herbst- und Wintersaison gegangen sei. Das solle nun anders sein.

„Ziel ist es, die Gruppe der Kinder vorausschauend vorzubereiten auf den kommenden Herbst,“ erläuterte Professor Reinhard Berner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Dresden und externer Sachverständiger der STIKO.

Durchseuchungsrate bei Kindern von über 70 Prozent

Warum nur eine Impfdosis? Aus den Meldedaten des Robert Koch-Instituts (RK) wisse man, dass über 50 Prozent der Kinder bereits eine PCR-bestätigte Infektion mit SARS-CoV-2 hatten, sagte Terhardt. Ziehe man die sogenannte Dunkelziffer in Betracht, müsse man von einer Durchseuchungsrate der Kinder von 70 bis 100 Prozent ausgehen.

Diesen Effekt gelte es zu nutzen, um einen effektiven Immunschutz aus der synergistischen Kombination von natürlicher Infektion und Impfung aufzubauen. „Bei den Kindern müssen wir eben im deutlichen Unterschied zu den restlichen Bevölkerungsgruppen davon ausgehen, dass sie die höchste Durchseuchungsrate haben.“ Deshalb sei es vertretbar, Kindern nur eine Impfdosis zu geben.

Zusätzlich seien mittlerweile auch neue Ergebnisse über Risiko und Nutzen der Impfung bei Kindern verfügbar: Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen seien die Komplikationen der Vakzinen im Hinblick auf Myokarditiden in dieser Altersgruppe „verschwindend gering, in Deutschland gibt es bisher noch keinen bewiesenen Fall einer Myokarditis in Zusammenhang mit einer Impfung in dieser Altersgruppe“, erklärte Terhardt.

Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien ZOE-50, ZOE-70 und Zoster-049: Wirksamkeit des Totimpfsto?s gegen Herpes zoster über 7 Jahre

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziet nach [3]

Impfung gegen Herpes zoster

Auch bei rheumatoider Arthritis sinnvoll und wirksam

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Dr. Petra Sandow, Allgemeinmedizinerin aus Berlin (links) und Ralph Köllges, niedergelassener Pädiater aus Mönchengladbach (rechts)

© [M] Privat; [M] Kateryna_Kon / stock.adobe.com; [M] Barbara Pheby / Fotolia.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Fokus auf Impfunschlüssige lohnt sich

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt am Main

Kampf dem Zervixkarzinom

Ärzte sind sich einig: eine Impfung schützt!

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Auswahl an gesunden pflanzlichen Lebensmitteln: Superfoods, verschiedene Obstsorten und Beeren, Nüsse und Samen.

© alicja neumiler / stock.adobe.com

Gepoolte Studien-Analyse

Vegetarische Ernährung und Krebsrisiko: Nicht immer ist pflanzlich besser!