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Sachsen ist Vorreiter beim Pneumokokken-Schutz

DRESDEN (eis). Als erstes Bundesland empfiehlt jetzt Sachsen für alle Kleinkinder im Alter von drei Monaten bis zwei Jahren die Pneumokokken-Impfung. Mit der Impfung sollen invasive Infektionen wie Meningitis und Sepsis verhindert und es soll ein Schutz gegen weitere Pneumokokken-Infekte wie Pneumonie, Otitis media, Bronchitis und Sinusititis aufgebaut werden.

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Die Sächsische Impfkommission (SIKO) geht mit ihrem neuen Impfkalender erneut über die bundesweit geltenden Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) hinaus. Wie Professor Siegwart Bigl aus Chemnitz berichtet hat, verursachen Pneumokokken bei Kindern bundesweit 220 bis 230 Meningitiden, 300 bis 1300 Bakteriämien und Septikämien, 150 000 Pneumonien und über eine Million Mittelohrentzündungen.

Nach Angaben des SIKO-Vorsitzenden lassen sich mit dem siebenvalenten Impfstoff (Prevenar®) die Raten invasiver Pneumokokken-Infektionen um 61 Prozent senken. Nach Studiendaten sei durch die Impfung außerdem zu rechnen mit einer Senkung der Pneumonie-Rate bei den Ein- bis Zweijährigen um 23 Prozent sowie einer Verringerung der Rate akuter Episoden von Otitis media um sechs und die der chronischen Verläufe um 15 Prozent.

Da durch die Impfung auch die Rate von symptomlosen Infizierten und damit die Zirkulation der Pneumokokken zurückgeht, profitieren auch Ungeimpfte von einer breiten Verwendung des Kinderimpfstoffs. Außerdem nahmen in US-Studien die Raten von Infektionen mit Antibiotika-resistenten Pneumokokken ab, so Bigl bei einer Pressekonferenz der SIKO in Dresden.

Empfohlen wird die Pneumokokken-Impfung in Sachsen für alle Kinder ab dem dritten Lebensmonat bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr. Älteren Kindern werden Pneumokokken-Indikationsimpfungen empfohlen: bei Immundefekten, chronischen Krankheiten oder Anfallsleiden. Nach Angaben von Bigl wurden Ende Januar die Impfungen von der AOK, der Barmer Ersatzkasse und der Techniker Krankenkasse bezahlt.

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