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"Säure-Rebound hat für die Praxis keine Konsequenz"

DRESDEN (ner). Nach Absetzen von Protonenpumpenhemmern (PPI) kann es kurzfristig zu einem Säure-Reboundphänomen kommen. Dies habe für das Management von Refluxpatienten jedoch keine Relevanz, sagt der Dresdner Gastroenterologe Professor Stephan Miehlke.

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Sodbrennen: Stress für Oberbauch und Ösophagus. © torugo / fotolia.com

Sodbrennen: Stress für Oberbauch und Ösophagus. © torugo / fotolia.com

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Ein Leser der "Ärzte Zeitung" hatte angefragt, wie denn vorzugehen sei, wenn ein Patient wegen gastroösophagealen Refluxes bereits seit über einem Jahr PPI einnimmt. "Wie setzt man PPI am sichersten ab? Was ist zu tun, wenn nach Absetzen des PPI wieder Sodbrennen auftritt?"

Nach Angaben von Miehlke wird die PPI-Langzeittherapie allgemein als sicher angesehen. Nach Absetzen des Medikamentes treten bei vielen Patienten erneut Beschwerden auf. "Da der Symptomverlauf individuell unterschiedlich ist, wird als langfristige Therapie heute die Bedarfstherapie mit PPI empfohlen", so der Gastroenterologe im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Das bedeute also, der Patient steuert die PPI-Therapie symptomorientiert innerhalb vorgegebener Grenzen selbst. Im Durchschnitt benötigten die Patienten eine Tablette alle zwei bis drei Tage. Damit sei meist eine zufriedenstellende Symptomkontrolle zu erreichen.

Kollegen aus Dänemark hatten im vergangenen Jahr über Versuche bei 120 gesunden Freiwilligen berichtet. Die Hälfte von ihnen erhielt acht Wochen lang täglich 40 mg Esomeprazol und für weitere vier Wochen ein Placebo. Die andere Hälfte erhielt zwölf Wochen lang ein Placebo. 44 Prozent der zuvor asymptomatischen Probanden in der Verum-Gruppe litten nach Absetzen des PPI in der neunten bis zwölften Woche unter Sodbrennen, Säurereflux oder Dyspepsie, in der Placebo-Gruppe waren es nur 15 Prozent. Die Gastrin-Werte waren in der PPI-Gruppe in den Wochen vier und acht deutlich erhöht und fielen erst in Woche zwölf wieder auf die Ausgangswerte ab.

Die Erklärung für diesen Effekt: Gastrin stimuliert die Histaminfreisetzung enterochromaffiner Zellen im Magen und regt damit indirekt die Säureproduktion der Belegzellen an. Zudem hat Gastrin einen trophischen Effekt auf die entsprechenden Zelltypen.

Die Studienautoren um Dr. Christina Reimer aus Kopenhagen vermuten in diesem Mechanismus mit einen Grund für die kontinuierliche Zunahme von PPI-Verordnungen, da eine PPI-Abhängigkeit entstehen könne (Gastroenterology 137, 2009, 80). Miehlke möchte aus dieser Studie - vorgenommen bei Gesunden - jedoch keine Änderung der Therapiepraxis ableiten, zumal die Refluxtherapie symptomorientiert gesteuert werde.

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