Homöopathie

Scheinakazie lindert saures, scharfes Aufstoßen

Von Ursula Armstrong Veröffentlicht:

Viele Ärzte setzen bei Schwangeren mit Beschwerden gern auf homöopathische Mittel, weil sie arm an unerwünschten Effekten sind und nicht teratogen wirken. Aufgrund gesetzlicher Vorschriften steht nun auch bei Homöopathika im Beipackzettel, das Mittel sollte "in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt" angewandt werden.

Solange sich unter der Rubrik "Gegenanzeigen" keine echten Gegenanzeigen fänden, könne Schwangeren das Präparat verordnet werden, so die Deutsche Homöopathie-Union in Karlsruhe. Gegenanzeigen gibt es vereinzelt in Abhängigkeit von der Potenz, etwa bei Thuja bis D1 oder bei Colchicum bis D6. Ganz sicher geht, wer bei Schwangeren und Stillenden statt der häufig empfohlenen Potenz D6 generell die Potenz D12 wählt. "In dieser Potenz ist das Ausgangsmaterial so weit verdünnt, dass es keine Gegenanzeige für Schwangerschaft und Stillzeit mehr gibt."

Die Mittel werden stündlich bis halbstündlich gegeben bis zur Linderung, bei Bedarf noch häufiger; jeweils fünf bis zehn Globuli (meist nur fünf), fünf bis zehn Tropfen oder ein bis zwei Tabletten. Tropfen haben einen hohen Alkoholgehalt, deshalb werden Schwangeren meist Globuli empfohlen.

Bewährte Mittel bei Übelkeit und Erbrechen

Sepia ist geeignet bei anhaltender Übelkeit, milchigem Erbrechen, Geruchsempfindlichkeit und Chloasma gravidarum. Typisch sind depressive Stimmung, Desinteresse, Reizbarkeit und Verlangen nach Saurem. Die Beschwerden nehmen morgens, nachmittags und durch Ruhe zu.

Cocculus passt für Schwangere, denen schon beim Gedanken an Speisen oder bei Gerüchen übel wird. Die Hyperemesis wird schlimmer durch Schlafmangel, Kälte und Reisen.

Ipecacuanha wird etwa bei anhaltender, ausgeprägter Übelkeit und Erbrechen und nicht belegter Zunge verordnet. Typisch: Würgen bei leerem Magen, Schleimerbrechen und reichlicher Speichelfluss.

Brechwurz und Küchenschelle wirken bei Sodbrennen

Nux vomica hilft Schwangeren mit Gastritis nach zu viel Kaffee, zu viel Essen, Ärger und Zorn, bei Nüchternschmerz und Schmerzen nach dem Essen sowie Obstipation. Typisch sind bitteres und saures Aufstoßen eine Stunde bis zwei Stunden nach dem Essen.

Pulsatilla ist angezeigt, wenn die Frauen kein Fett, Schweinefleisch oder Eis vertragen, obwohl sie danach verlangen. Typisch: Alles schmeckt bitter.

Robinia pseudacacia hilft bei saurem, scharfen Aufstoßen, übermäßiger Säurebildung und brennenden Schmerzen im Magen. Typisch und Leitsymptome für das Mittel sind etwa Erbrechen saurer Flüssigkeit und starke Blähungskoliken mit Diarrhoe.

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