Direkt zum Inhaltsbereich

Schilddrüse: Hoher Info-Bedarf bei Patienten

Wenn es um die Schilddrüse geht, ist das Informationsbedürfnis der Patienten ebenso groß wie ihre Unsicherheit. Das bestätigen aktuelle Erfahrungen einer Aktion aus Anlass der "Schilddrüsenwoche".

Von Pete Smith Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN. Wie groß das Informationsbedürfnis und die Unsicherheit von Patienten in puncto Schilddrüse ist, hat Dr. Bettina Overbeck, Oberärztin am Radiologischen Zentralinstitut der Städtischen Kliniken in Frankfurt am Main-Höchst und gleichzeitig niedergelassene Ärztin für Nuklearmedizin, schon im Vorfeld der "Schilddrüsenwoche" erfahren. Sie und ihre Kollegen hatten bereits in der vergangenen Woche zu einem Schilddrüsen-Forum ins Klinikum geladen, ein Aufruf, dem mehr als 70 Patienten und Ärzte gefolgt sind. Eine Besonderheit: Jeder Patient durfte sich kostenlos sonografieren lassen. Dieses Angebot nahmen natürlich viele Besucher wahr. "Fast alle hatten auffällige Befunde wie beispielsweise Knoten", berichtete Overbeck, "und manche Patienten hatten auch schon eine Operation hinter sich."

Aufgrund von Auffälligkeiten im Sonogramm wird bei der Patientin zur weiteren Abklärung auch noch eine Szintigrafie der Schilddrüse gemacht. © (2) Pete Smith

Aufgrund von Auffälligkeiten im Sonogramm wird bei der Patientin zur weiteren Abklärung auch noch eine Szintigrafie der Schilddrüse gemacht. © (2) Pete Smith

© (2) Pete Smith

Trotz ihrer Vorkenntnisse war das Informationsbedürfnis der Patienten enorm, wie die Nuklearmedizinerin erfuhr. Die einen wollten wissen, ob ihre Knoten gutartig sind, die anderen, welche Medikamente sie einnehmen müssen, wieder anderen war nicht klar, ob ihre Beschwerden - häufiges Schwitzen, Gewichtszunahme, Nervosität, Verdauungsprobleme - auf ihren Schilddrüsenbefund zurückzuführen sind.

Ihre Erfahrungen gibt Overbeck gern an ihre Patienten weiter. Die 47-Jährige ist seit 16 Jahren Fachärztin für Nuklearmedizin und seit elf Jahren am Klinikum Höchst tätig. Seit gut einem Jahr untersucht Bettina Overbeck auch als niedergelassene Nuklearmedizinerin Patienten - im vergangenen Quartal waren es etwa 250, Tendenz steigend.

Patienten, die den Weg ins Radiologische Zentralinstitut Höchst finden, werden in der Regel von ihrem Hausarzt dorthin überwiesen - mit entsprechendem Verdacht. Nach einer gründlichen Anamnese bittet Overbeck zunächst jeden Patienten zu einer Ultraschalluntersuchung, die bereits erste Hinweise auf eine mögliche Funktionsstörung der Schilddrüse liefert. Bleibt die Sonografie unauffällig, folgt die Blutabnahme, bei einem auffälligen Befund schließt sich sogleich eine Szintigrafie an. Auch eine Punktierung sei möglich, so die Nuklearmedizinerin, die Probe werde dann umgehend an den Pathologen im Haus weitergeleitet.

Ihre häufigsten Schilddrüsen-Diagnosen seien Knoten oder Strumen, "aber auch eine Hashimoto-Thyreoiditis kommt sehr oft vor", berichtet Overbeck und lobt die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen am Klinikum Höchst. Regelmäßig treffe sich zum Beispiel ein endokrinologischer Arbeitskreis, an dem außer ihr selbst ein Endokrinologe und ein Chirurg teilnähmen, was bei komplizierten Erkrankungen sinnvoll sei. Ihre Patienten haben bereits am Tag ihrer Untersuchung oder spätestens am Folgetag Gewissheit über ihre Erkrankung. Ob Hypothyreose, Morbus Basedow oder Hashimoto - je nach Diagnose erhalten sie am Ende noch spezifisches Informationsmaterial zur Hand. Auch über die "Schilddrüsenwoche" hinaus.

Mehr zum Thema

Hyperthyreose

Studie: Erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Radiojodtherapie?

Ernährungsberatung

Schilddrüse: Vegane Ernährung verschärft Jodmangel

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Podcast Dr. Nele Frerksen-Kirschner

© Porträt: Dr. Nele Freerksen-Kirschner, Universitätsklinik Aachen | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wechseljahresbeschwerden individuell behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gedeon Richter Pharma GmbH, Köln

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Lesetipps
Eine Sporttasche liegt am Boden und ist gefüllt mit Sportsachen, wie einem Springseil, einem Fußball, Laufschuhen und Tennisschlägern.

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Körperliches Training

Mit einer Stunde mehr Sport die Brustkrebsmortalität senken?

Ein Schild "Stromausfall wir können leider nicht öffnen. Im Notfall bitte klopfen" ist an einer Tür angebracht.

© Marijan Murat/dpa

Krisenresilienz

Stromausfall in Reutlingen: Eine Ärztin schildert ihre Erfahrungen