Adipositas

Schlafmangel lässt Fettpolster langsamer schmelzen

"Sorgen Sie für ausreichenden Schlaf"! Dieser im Grunde der Gesundheit aller Menschen zuträgliche Ratschlag könnte bei abnehmwilligen Personen von besonderer Bedeutung sein: Schlafmangel bremst bei ihnen nämlich den Abbau der überflüssigen Fettpolster.

Veröffentlicht: 06.10.2010, 12:00 Uhr
Schlafmangel lässt Fettpolster langsamer schmelzen

Abnehmen im Schlaf? Das geht - mit ausreichend Schlaf.

© Monika Wisniewska / fotolia.com

CHICAGO (ob) Darauf lassen zumindest Ergebnisse eines Experiments schließen, das ein US-Forscherteam um Dr. Plamen Penev aus Chicago bei zehn übergewichtigen oder adipösen Probanden in einer Studie vorgenommen hat (Ann Intern Med 2010; 153:435).

Alle Studienteilnehmer waren bereit, sich in zwei Untersuchungsphasen jeweils 14 Tage lang auf eine kalorienreduzierte Diät setzen zu lassen. Der Unterschied: In einer Periode wurden ihnen während ihrer Diät täglich 8,5 Stunden Schlaf im Schlaflabor gewährt, in der anderen Periode wurde die Schlafdauer dann unerbittlich auf nur noch 5,5 Stunden pro Tag verkürzt. De facto betrug die Schlafdauer in der einen Phase im Schnitt 7 Stunden und 25 Minuten, in der anderen Phase 5 Stunden und 14 Minuten.

In beiden Zeiträumen nahmen die Probanden im Schnitt jeweils knapp 3 kg an Körpergewicht ab. In der Phase mit normaler Schlafdauer lag dieser Gewichtsreduktion zu etwa gleichen Teilen eine Reduktion des Körperfetts und der fettfreien Körpermasse zugrunde.

Anders bei verkürzter Schlafdauer: Die in dieser Phase erzielte gleiche Gewichtsreduktion war zum überwiegenden Teil auf eine Abnahme der fettfreien Körpermasse zurückzuführen. Dagegen war der Anteil der Körperfettabnahme an der Gewichtsreduktion signifikant um 55 Prozent geringer als in der Phase mit normalem Schlaf (0,6 kg versus 1,4 kg).

Die Verkürzung ihres Schlafs hatte bei den Probanden auch ein verstärktes Hungergefühl und eine reduzierte Fettoxidation zur Folge. Grund dafür könnte der in dieser Phase registrierte Anstieg des Hormons Ghrelin sein, das in der Magenschleimhaut gebildet wird. Es regt den Appetit an und soll auch eine Fettretention begünstigen.

Unter den streng kontrollierten Studienbedingungen war es den Teilnehmern verwehrt, ihrem Hungergefühl nachzugeben und sich zusätzliche Kalorien einzuverleiben. Ob sie bei dieser Versuchung auch "im wirklichen Leben" standhaft geblieben wären, darf bezweifelt werden. Möglicherweise haben die Studienbedingungen so dafür gesorgt, dass die Vorteile ausreichenden Schlafs nicht voll zur Geltung gekommen sind.

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