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Melanom

Schlechte Prognose bei zu niedrigem Vitamin-D?

Könnten Melanompatienten von einer Vitamin-D-Supplementation profitieren? Wissenschaftler stellten einen Zusammenhang zwischen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut der Patienten mit einem verringerten Gesamtüberleben fest. Dabei berücksichtigten sie auch das CRP:

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:
Melanom: Für ihre Studie untersuchten die Forscher Plasmaproben von über 1000 Patienten.

Melanom: Für ihre Studie untersuchten die Forscher Plasmaproben von über 1000 Patienten.

© Dr. Hans Schulz, Bergkamen

HOUSTON. Niedrige Vitamin-D-Spiegel im Blut sind mit einem schlechteren Krankheitsverlauf bei Melanompatienten assoziiert. Dies gilt auch dann, wenn man den Entzündungsparameter C-reaktives Protein (CRP) bei der statistischen Untersuchung berücksichtigt, wie aus einer US-Studie hervorgeht.

Die Studie ist Teil einer noch laufenden prospektiven Untersuchung mit mehr als 3000 Melanompatienten und Gesunden.

Für die aktuelle Studie haben Onkologen um Dr. Shenying Fang vom MD Anderson Cancer Center der Universität von Texas in Houston Plasmaproben von mehr als 1000 Melanompatienten gleichzeitig auf die Parameter Vitamin D und CRP untersucht (JCO 2016; online 21. März).

In einer früheren Studie hatten sie bereits zeigen können, dass ein erhöhter CRP-Spiegel im Blut ein Prognosemarker für ein verringertes melanomspezifisches Überleben ist. Damals lag allerdings der Fokus nicht zugleich auch auf Vitamin D. Da sich die Konzentrationen dieses Vitamins im Blut bei entzündlichen Prozessen verringern, könnte dies ein Marker für systemisch-entzündliche Reaktionen sein.

Jeder Vierte hatte Vitamin-D-Mangel

Fang und seine Kollegen haben heparinisierte Plasmaproben von 1042 Patienten für die spätere Testung (nach median 5,1 Jahren) bei -80 °C eingefroren. Bei 914 Patienten (87,7 Prozent) erfolgte die Blutentnahme mehr als zwei Wochen nach einer chirurgischen Intervention.

Bei allen Patienten wurde sie noch vor Beginn der systemischen Behandlung vorgenommen. Das mediane Follow-up zwischen Blutentnahme und dem letzten Arztkontakt beziehungsweise Tod lag bei 7,1 Jahren, die medianen Vitamin-D-Spiegel bei 25 ng/ml.

Als Vitamin-D-Mangel wurden Werte unter 20 ng/ml definiert, als physiologisch Werte über 30 ng/ml. Fast jeder vierte Studienteilnehmer hatte einen Vitamin-Mangel.

Verwendeten die Wissenschaftler um Fang 20 ng/ml als Cut-off-Wert, errechneten sie für das Gesamtüberleben eine Hazard Ratio (HR) von 1,44 und für das melanomspezifische Überleben eine HR von 1,37: Die Wahrscheinlichkeit, zu sterben beziehungsweise an den Folgen des Melanoms zu sterben, war demnach um 44 Prozent beziehungsweise um 37 Prozent erhöht.

Beim krankheitsfreien Überleben gab es keinen Unterschied zwischen Patienten mit höheren oder niedrigeren Vitamin-D-Werten. Die Ergebnisse von uni- und multivariaten Analysen waren ähnlich.

Bei diesen Berechnungen wurden Alter, Geschlecht, Krankheitsstadium, Jahreszeit bei der Blutentnahme und CRP berücksichtigt. Schließlich berechneten Fang und seine Kollegen die HR unter der Voraussetzung, dass der Cut-off-Wert bei 16 ng/ml Vitamin D liegt.

Die Wahrscheinlichkeit zu sterben war dann bei Patienten mit niedrigeren Werten um das Zweifache erhöht, die Wahrscheinlichkeit, an den Folgen des Melanoms zu sterben, um das 1,76-Fache, und die, ein Rezidiv zu bekommen, um das 1,62-Fache. Auch hier waren sich die Ergebnisse der uni- und der multivariaten Analyse ähnlich.

Keine Infos zur UV-Exposition

Nach Ansicht der Wissenschaftler sind die Studienergebnisse ein Hinweis darauf, dass Melanompatienten von einer Vitamin-D-Supplementation oder von Maßnahmen, die das CRP senken, profitieren könnten. Einschränkend weisen sie darauf hin, dass sie in ihrer Studie keine Informationen zur UV-Exposition der Studienteilnehmer auswerten konnten. Informationen zur Jahreszeit während der Blutentnahme seien nur Näherungswerte.

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