CML

Schmerzende Knochen nach TKI-Absetzen

Bei CML-Patienten mit dauerhaft tiefer Remission nach Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer (TKI) wird in Studien überprüft, unter welchen Bedingungen ein Absetzen und eine dauerhafte Therapiefreiheit möglich sind. Doch mit dem Absetzen eines TKI alleine ist es nicht getan.

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ORLANDO. Einige Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) entwickeln nach Absetzen des Tyrosinkinaseinhibitors (TKI) ein Absetzsyndrom: Von 428 CML-Patienten, die an den Studien STIM2 (n = 204) und EURO-SKI (n = 224) teilgenommen hatten, hätten 102 (23,8 Prozent) ein TKI-Absetzsyndrom entwickelt, davon 100 nach Imatinib und zwei nach Nilotinib, berichtete Dr. Marc G. Berger vom Uniklinikum in Clermont-Ferrand, Frankreich, bei der 57. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH).

Die Knochen- und Muskelschmerzen sowie Gelenkentzündungen betrafen vorzugsweise die oberen Extremitäten, den Schultergürtel und die Halswirbelsäule; bei 22 Prozent der Betroffenen fielen diese auch schwerer aus (Grad 3).

Die Therapie erfolgte mit nichtsteroidalen Antirheumatika, Kortikosteroiden und lokalen Infiltrationen von Anästhetika.

Im Schnitt begannen die Symptome 21 Tage nach Absetzen des TKI und dauerten einige Wochen bis viele Monate. Bei Patienten, die erneut ein TKI benötigten, verschwanden die Beschwerden in 50 Prozent der Fälle wieder nach im Median drei Wochen.

Zwei unabhängige Risikofaktoren ließen sich identifizieren: Häufiger betroffen waren Patienten, die bereits früher Knochen- und Gelenksymptome gehabt hatten und diejenigen mit einer besonders langen TKI-Therapie.

Die Forschenden raten daher zu einer entsprechenden Aufklärung besonders bei Patienten mit anamnestischen Knochen-, Gelenk- und Muskelbeschwerden. (fk)

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