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Schützt Impfung die Zervix stärker als bisher vermutet?

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BERLIN (gvg). Der tetravalente Impfstoff gegen die humanen Papillomaviren (HPV) 6, 11, 16 und 18 scheint auch vor präkanzerösen Zervixläsionen durch andere HPV-Typen zu schützen. Darauf weisen neue Studiendaten hin.

Ein junges Mädchen wird gegen Humane Papillomaviren (HPV) geimpft.

Ein junges Mädchen wird gegen Humane Papillomaviren (HPV) geimpft.

© Foto: Sanofi Pasteur MSD

Die Zulassungsstudien für den tetravalenten HPV-Impfstoff Gardasil® hatten ergeben, dass bei komplett geimpften Mädchen ohne vorherige HPV-Infektion präkanzeröse Läsionen der Zervix, die durch die HPV-Typen 16 und 18 entstehen, zu nahezu 100 Prozent verhindert werden. HPV 16 und 18 lösen über 70 Prozent aller Zervixkarzinome aus. Der Rest wird durch andere HPV-Virustypen verursacht.

"Neue Daten zeigen jetzt, dass wir bei zehn weiteren, strukturell verwandten HPV-Virustypen einen Schutzeffekt erwarten können", so Professor Elmar Joura von der Universitätsfrauenklinik in Wien. Für die HPV-Typen 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58 und 59 lasse sich dieser "kreuzprotektive" Effekt auf etwa 38 Prozent beziffern, sagte Joura bei einer von Sanofi Pasteur MSD unterstützten Veranstaltung in Berlin.

Neue Daten gibt es auch zur Dauer des Impfschutzes. Aus den Zulassungsstudien lagen bisher Beobachtungen über fünf Jahre vor, in denen die Antikörpertiter zunächst steil anstiegen, dann leicht abfielen und bei den meisten Impflingen auf einem konstant erhöhten Level verharrten. In einer neuen Studie wurde der Effekt einer erneuten Antigenexposition nach fünf Jahren untersucht.

"Es kommt zu einem ausgeprägten Anstieg der Antikörpertiter als Reaktion auf diese erneute Exposition", betonte Joura. Dies spreche dafür, dass ein effektives immunologisches Gedächtnis angelegt werde, wie es auch von anderen Aktivimpfstoffen bekannt ist.

Die Experten gehen deswegen davon aus, dass die Grundimmunisierung mit dem HPV-Impfstoff wahrscheinlich mindestens zehn Jahre lang wirkt.

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