Direkt zum Inhaltsbereich

Schützt viel Folsäure Frauen vor erhöhtem Blutdruck?

BOSTON (ikr). Folsäure kann Frauen, besonders jüngere unter 45 Jahren, möglicherweise vor Bluthochdruck bewahren. Hinweise darauf haben US-Forscher jetzt bei der Analyse von Daten aus der Nurses‘ Health Study mit mehr als 150 000 Teilnehmerinnen gefunden.

Veröffentlicht:

In der Studie wurde bei 93 803 Frauen im Alter zwischen 27 und 44 Jahren sowie 62 260 Frauen zwischen 43 und 70 Jahren jeweils acht Jahre lang die Inzidenz der Hypertonie anhand von Befragungen eruiert. Außerdem wurden die Studienteilnehmerinnen nach der Aufnahme von Folsäure über die Nahrung und nach der Einnahme von Folsäure-Präparaten befragt (JAMA 293, 2005, 320).

Über die Ergebnisse berichten Dr. John P. Forman aus Boston im US-Staat Massachusetts und sein Team: Demnach hatten 7373 von den jüngeren und 12 347 von den älteren Frauen während des Beobachtungszeitraums eine Hypertonie entwickelt.

Aus den Daten haben die Forscher berechnet, daß die Hypertonie-Rate bei den jüngeren Frauen, die täglich wenigstens 1000 µg Folsäure zu sich nahmen, nur etwa halb so hoch war wie bei den Frauen mit einem Konsum von weniger als 200 µg. Absolut gesehen gibt es demnach acht an Hypertonie Erkrankte weniger pro 1000 Frauen pro Jahr (6,7 versus 14,8 Erkrankte).

Auch ältere Frauen profitieren von einer großzügigen Versorgung mit Folsäure, wenn auch nicht so stark wie die jüngeren: Bei ihnen war die Hypertonie-Rate bei hohem Folsäure-Konsum um 18 Prozent geringer als bei geringer Versorgung. Absolut gesehen gibt es sechs an Hypertonie Erkrankte weniger pro 1000 Frauen pro Jahr (34,7 versus 40,4 Erkrankte).

Der günstige Effekt von Folsäure auf den Blutdruck war unabhängig von anderen Faktoren, die den Blutdruck beeinflussen können, etwa Ernährung, körperliche Aktivität und BMI. Der Schutzeffekt kommt möglicherweise dadurch zustande, daß das Vitamin die Stickoxid-Synthese in den Endothelzellen steigert, vermuten die Forscher. Auch eine Reduktion des Plasma-Homocysteins könne zur Blutdrucksenkung beitragen.

Jüngere Frauen profitieren möglicherweise deshalb mehr von Folsäure, weil sie meist schlanker sind als ältere und deshalb die Folsäure-Sensitivität bei ihnen höher ist. Folsäure ist vor allem in grünem Blattgemüse und Getreide enthalten. Um 1000 µg Folsäure aufzunehmen, muß man etwa 400 g Weizenkeime, 800 g Spinat oder 1000 g Broccoli verzehren.

Mehr zum Thema

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Deprescribing PPI

Protonenpumpenhemmer absetzen: Wie das am besten gelingt

Patienten häufigste Täter

Medizinstudierende erleben sexuelle Belästigung vor allem im PJ

Hypercholesterinämie

Lipidsenker klug kombinieren

Lesetipps
Eine Ärztin spricht mit einer älteren Patienten. Die Patientin lächelt.

© StefaNikolic / stock.adobe.com

Sprechende Medizin

4 Tipps: So können Sie den Placebo-Effekt für die Therapie nutzen

Ein Arzt spricht mit einer Patientin

© K Davis/peopleimages.com / stock.adobe.com

Interview

Patient mit Mundgeruch: Wie Sie das im Patientengespräch ansprechen

Eine junge Frau sitzt auf dem Sofa und verschränkt ihre Arme, um ihre Hände auf die Brust zu legen.

© Yauhen / Stock.adobe.com

Psychologische Interventionen

Sprechende Medizin: 10 Schritte bei chronischen Schmerzen