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Schutz vor invasiven Keimen

MÜNCHEN (wst). In Deutschland wird Kindern ab dem 12. Lebensmonat die Impfung gegen Meningokokken C empfohlen. Versäumte Impfungen sind nachzuholen.

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Die Impfung gegen invasive Infektionen durch Meningokokken C sollte bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden, betont Dr. Ursula Lindlbauer-Eisenach von der Ständigen Impfkommission (STIKO). Die Kosten dafür würden von der GKV bezahlt.

In Pionierländern der Meningokokken-C-Impfung wie England, Spanien oder Irland wird die Impfung bereits ab dem zweiten Lebensmonat empfohlen. In diesem Alter ist jedoch das Immungedächtnis noch schwach, wie die Pädiaterin auf einer Pressekonferenz der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen in München berichtet hat. Bei frühem Impfbeginn müsse für den Schutz daher dreimal im Abstand von ein bis zwei Monaten geimpft werden.

Impfung in den ersten drei Monaten ist wenig sinnvoll

Im Impfkalender sind in den ersten Lebensmonaten aber bereits drei Sechsfachimpfungen vorgesehen (gegen Diphterie, Tetanus, Pertussis, Hepatitis B, Polio und Hib) sowie drei Impfungen gegen Pneumokokken. Drei weitere Injektionen in dieser Zeit seien den Eltern nur schwer zu vermitteln gewesen, sagte die Kinder- und Jugendärztin. Die STIKO empfiehlt daher die Meningokokken-C-Impfung erst ab dem 12. Lebensmonat. Ab diesem Alter reicht eine Impfdosis aus.

Dieselbe Impfstrategie gegen Meningokokken C gibt es auch in den Niederlanden. Seit Einführung der Impfung im Jahr 2002 sind dort die Infektionen um 85 Prozent zurückgegangen, berichtete Lindlbauer-Eisenach. Eine einmalige Impfung biete also einen längerfristigen Schutz.

Kontakt zu Jugendlichen sollte für Impfungen genutzt werden

Der Impferfolg im Nachbarland fußt aber nicht nur auf der Kleinkinderimpfung sondern auch darauf, dass Jugendliche bis zum 18. Geburtstag konsequent nachgeimpft werden. Dadurch wurde ein Erkrankungsgipfel zwischen dem 14. und 19. Lebensjahr gekappt. Zudem sind geimpfte ältere Kinder und Jugendliche keine asymptomatischen Keimträger mehr. Von dieser Herdimmunität profitieren offensichtlich auch die noch ungeimpften Säuglinge. Entsprechend rät die STIKO auch in Deutschland, alle ungeschützten Jugendlichen bis 18. Jahre nachträglich zu impfen.

Ein Ärzte-Merkblatt zu Meningokokken gibt es unter www.rki.de bei "Infektionskrankheiten A-Z".

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