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Schutzhülle von Tschernobyl undicht

HAMBURG (dpa). Der Umweltschutzorganisation Greenpeace nennt den Schutz der Reaktorruine in Tschernobyl 20 Jahre nach dem Atomunfall katastrophal. Wie Greenpeace gestern in Hamburg behauptete, ist die Schutzhülle aus Stahl und Beton, mit der die Ruine von der Umwelt abgeschottet werden soll, vom Einsturz bedroht.

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"In den letzten 20 Jahren ist viel zu wenig geschehen, um die Region vor dem explodierten Reaktor zu sichern", sagt der Greenpeace-Atomexperte Thomas Breuer. Von acht Projekten, mit denen die Betonhülle um die Ruine stabilisiert werden sollte, seien nur drei umgesetzt worden.

Ursprünglich sollten die Maßnahmen bis 2006 abgeschlossen sein. Bisher sei kein Gesamtkonzept zur langfristigen Absicherung des Unglücksreaktors erkennbar, kritisierte Breuer. "Auch die Atomindustrie und der Einsatz von Milliarden Steuergeldern der Industrieländer brachten keine Lösung für Tschernobyl."

Die Schutzhülle sei im ersten halben Jahr nach der Katastrophe unter schwierigsten Bedingungen errichtet worden. Die Konstruktion ist nach Erkenntnissen der Umweltschützer instabil.

In der Außenwand klafften Löcher, durch die der Wind radioaktiven Staub herausblase und Regenwasser eindringe. Bei einem Einsturz des Reaktors würde eine radioaktive Staubwolke die Menschen in der Region erneut bedrohen und zusätzlichen Strahlenbelastungen aussetzen.

Greenpeace stellt sich gegen den Plan eines Konsortiums aus 28 Geberländern und der ukrainischen Regierung, die bestehende Hülle zu stabilisieren und eine zweite Schutzhülle darüberzuschieben. Das sei keine Lösung zur Behandlung der radioaktive Masse im inneren der Ruine. Auch sei dieser Plan nur eine Übergangslösung für 50 bis 100 Jahre.

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