Direkt zum Inhaltsbereich

Schweinegrippe ist riskant in Spätschwangerschaft

SYDNEY (ikr). Schwangere mit Schweinegrippe haben schlechte Karten: Nach der 20. Schwangerschaftswoche ist das Risiko besonders hoch, auf einer Intensivstation behandelt werden zu müssen, belegt eine aktuelle Studie.

Veröffentlicht:

Die Forscher haben die Krankendaten von 209 Frauen im gebärfähigen Alter analysiert, die im vergangenen Sommer mit einer nachgewiesenen H1N1-Infektion auf die Intensivstation gekommen waren (BMJ 340, 2010, c1279). 59 von ihnen waren zu diesem Zeitpunkt schwanger, und fünf Frauen hatten innerhalb der letzten vier Wochen ein Kind geboren.

Aus den vorhandenen Daten haben die Forscher berechnet: Für H1N1-positive nicht-schwangere Frauen im gebärfähigen Alter beträgt das Risiko für einen Aufenthalt auf der Intensivstation 1 zu 35 300. Bei den Frauen vor der 20. Schwangerschaftswoche (SSW) ist hingegen eine von 14 600 von dieser Notwendigkeit betroffen und von den Schwangeren, die bereits die 20. SSW hinter sich haben, ist es eine von 2700 und eine von 5500 bei den Frauen in der Post-partum-Phase. Das heißt: Für Schwangere ist das Risiko, mit einer H1N1-Infektion auf die Intensivstation zu kommen, 7,4fach höher als für Nicht-Schwangere und für Frauen nach der 20. SSW ist dieses Risiko sogar 13fach erhöht. Von den 59 schwangeren Frauen in der aktuellen Studie waren 49 bereits in der 20. SSW oder darüber.

Und noch etwas stellten die Forscher bei den H1N1-positiven Frauen fest, die schwanger waren oder vor kurzem ein Kind geboren hatten: 39 Prozent hatten einen BMI über 30 und 20 Prozent sogar einen BMI über 35. Und 56 Prozent der Frauen aus dieser Gruppe hatten eine Begleiterkrankung. Etwa jede dritte Frau hatte Asthma. Die meisten Frauen (69 Prozent) mussten beatmet werden, und zwar im Mittel neun Tage lang. Elf Frauen starben an der Schweinegrippe.

Auch bei den Kindern von Frauen mit Schweinegrippe gab es viele Komplikationen: Unter den 60 Geburten nach der 20. SSW waren vier Totgeburten, und drei Kinder starben nach der Geburt. Außerdem kamen 39 Prozent der lebend geborenen Kinder zu früh zur Welt, und 57 Prozent wurden auf einer Intensivstation für Neugeborene versorgt.

Keine der Frauen war gegen Schweinegrippe geimpft, obwohl dies von Experten längst empfohlen werde, kritisieren die australischen Forscher.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Therapie je nach Risiko

Akute Lungenembolie: Was die optimale Therapie ausmacht

Lesetipps
Akte im Hängeregister mit der Aufschrift Gewerbesteuer.

© Torsten Sukrow / SULUPRESS.DE / picture alliance

Freiberuflichkeit

Viele Angestellte machen aus einer Arztpraxis noch lange kein Gewerbe