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Selen hilft bei Rheuma und Thyreoiditis

DÜSSELDORF (mut). Selen kann offenbar bei vielen Autoimmunerkrankungen helfen. Die Beschwerden bei rheumatoider Arthritis und Hashimoto-Thyreoiditis lassen sich damit lindern.

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Lange Zeit galt Selen als toxisch, inzwischen weiß man, daß das Spurenelement wichtig ist bei der Immunmodulation, hat Professor Roland Gärtner von der Universität München beim Medica-Kongreß berichtet. So sind Selen-haltige Enzyme wie die Glutathion-Peroxidase nötig, um toxische Sauerstoffverbindungen abzubauen, die etwa bei der Produktion von Schilddrüsenhormonen entstehen.

Schon bei mildem Selenmangel werde die Produktion dieser schützenden Enzyme deutlich reduziert, so Gärtner. Zu wenig Selen in der Nahrung könne daher oxidativen Streß verstärken und chronische Entzündungen wie bei einer Hashimoto-Thyreoiditis verstärken.

Durch eine Selen-Therapie ließen sich die Symptome dagegen lindern: In einer Studie erhielten 70 Frauen mit der Autoimmunkrankheit drei Monate täglich 200 µg Natrium-Selenit oder Placebo. Mit Selen sank die Konzentration der Autoimmun-Antikörper gegen Schilddrüsen-Peroxidasen um 36 Prozent, mit Placebo um 12 Prozent.

"Mit Selen gingen nicht nur die Antikörperspiegel zurück, die Frauen fühlten sich auch besser." Andere Studien hätten ergeben, daß sich mit Selen auch die Beschwerden bei rheumatoider Arthritis (RA) bessern. So wurde der Kortikoid-Bedarf bei RA-Patienten gesenkt, auch hier ging die Konzentration der Autoimmunantikörper zurück.

Viel Selen ist in etwa in Fisch und Paranüssen enthalten. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist täglich 1µg Selen pro kg Körpergewicht nötig. Gärtner hält diese Menge jedoch für zu gering.

In Studien hätte sich die doppelte bis dreifache Menge als optimal erwiesen, bezogen auf eine ausreichende Konzentration Selen-haltiger Enzyme. Ein Problem sei auch, daß durch die intensive Landwirtschaft die Böden sehr Selen-arm seien. Eine Lösung könnte sein, Dünger mit Selen anzureichern, sagte Gärtner.

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