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Senologen wollen bessere Vergütung für Brustzentren

LÜBECK (di). Zertifizierte Brustkrebszentren sind nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Senologie Vorbild für andere Länder und Fachdisziplinen. Mit einer Ausnahme: Der erhöhte Aufwand der Zentren wird in Deutschland noch nicht angemessen vergütet.

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Als "gigantische Erfolgsgeschichte" bezeichnete Professor Diethelm Wallwiener auf der 27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Lübeck die Entwicklung der zertifizierten Brustkrebszentren. Der erste Vorsitzende der Gesellschaft sieht Deutschland mit inzwischen rund 200 zertifizierten Zentren auf dem Weg zu einer flächendeckenden Versorgung.

Von den jährlich etwa 55 000 neu erkrankten Frauen lassen sich heute etwa 30 000 in solchen Zentren behandeln. Immer mehr Patientinnen fragten bei ihren Ärzten selbst nach einer Behandlung in einer zertifizierten Einrichtung: "Die meisten Patientinnen sind sehr gut informiert. Unser Ziel ist es, dass alle in einem zertifizierten Brustkrebszentrum behandelt werden können", sagte Wallwiener. Dafür sind rund 250 dieser Zentren angestrebt.

Als Vorteile der Zentren wurden in Lübeck etwa die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Kommunikation genannt. Das Pilotprojekt dieser Zentren startete 2003 in Tübingen.

Professor Rolf Kreienberg von der Universitätsfrauenklinik Ulm kritisierte, dass der erhöhte Aufwand der Zentren bis heute nicht besser vergütet wird als in anderen Krankenhäusern. "Obwohl wir nachweislich bessere Leistungen erbringen, werden wir nicht besser bezahlt. Die Politik lässt uns mit diesem Problem allein", sagte Kreienberg.

Nach seinen Angaben gibt es in Deutschland etwa 500 Kliniken, die weniger als 20 Frauen mit Brustkrebs im Jahr behandeln (zertifizierte Zentren mindestens 150). Diese 10 000 Fälle sollten nach seiner Ansicht an die Zentren verwiesen werden. Bei einer DRG-Höhe von 3500 Euro würde dies Mehreinnahmen von 35 Millionen Euro bedeuten. Alternativ schlug Kreienberg einen DRG-Zuschlag für die Behandlung in Brustkrebszentren in vierstelliger Höhe vor.

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