Direkt zum Inhaltsbereich

Sind fünf Jahre Bisphosphonat-Therapie genug?

Ältere Frauen, die länger als fünf Jahre lang ein Bisphosphonat erhalten, haben ein erhöhtes Risiko für atypische Femurfrakturen. Das absolute Risiko ist jedoch gering.

Veröffentlicht:
Nach einer Fraktur: Reichen fünf Jahre Bisphosphonat-Therapie, um das Bruchrisiko bei älteren Frauen zu reduzieren?

Nach einer Fraktur: Reichen fünf Jahre Bisphosphonat-Therapie, um das Bruchrisiko bei älteren Frauen zu reduzieren?

© Prof. Klaus M. Peters

TORONTO (ikr). Kanadische Forscher haben die Daten von 205.466 Frauen im Alter über 68 Jahre ausgewertet, die mit einem Bisphosphonat behandelt wurden (JAMA 2011; 305(8): 783). 716 Frauen hatten eine atypische Femurfraktur erlitten. 3580 Frauen ohne eine solche Fraktur galten als Kontrollpersonen.

Dabei stellte sich heraus: Das Risiko für eine atypische Femurfraktur war bei Frauen, die länger als fünf Jahre lang ein Bisphosphonat erhalten hatten, zwar 2,7-fach höher als bei kurzer Behandlungsdauer (weniger als 100 Tage).

Das absolute Risiko für solche Frakturen war jedoch gering: Bei 0,13 Prozent der 52.595 Frauen mit mindestens fünfjähriger Bisphosphonat-Therapie trat im Jahr danach eine solche Fraktur auf und bei 0,22 Prozent der Frauen innerhalb von zwei Jahren.

Außerdem: Das Risiko für typische osteoporotische Frakturen war unter längerfristiger Bisphosphonat-Therapie deutlich verringert. So hatten 9723 Frauen eine typische Femurfraktur erlitten. Bei mehr als fünfjähriger Behandlung war das Frakturrisiko um 24 Prozent geringer als bei kurzzeitiger Anwendung.

Allerdings ergab sich bei Frauen mit nur drei- bis fünfjähriger Behandlung ein ähnlich guter Schutz vor Brüchen. Eine Anwendung über lediglich 100 Tage bis zu drei Jahren brachte jedoch keine signifikante Frakturreduktion, wie die kanadischen Forscher berichten.

Die Wissenschaftler empfehlen, angesichts der aktuellen Datenlage, Bisphosphonate Patienten keineswegs vorzuenthalten, aber nach Ablauf von fünf Jahren die Notwendigkeit einer noch längeren Anwendung genau zu überprüfen. Das gelte besonders für Patienten mit relativ niedrigem Frakurrisiko.

Atypische Femurfrakturen sind sehr selten und machen weniger als ein Prozent der Hüft- und Femoralfrakturen insgesamt aus, teilt die US-Arzneimittelbehörde FDA mit. Sie werden überwiegend bei Osteoporose-Patienten gemeldet, die langfristig Bisphosphonate zur Frakturprophylaxe erhalten. Bisher sei jedoch unklar, ob Bisphosphonate tatsächlich die Ursache solcher Brüche sind. Die FDA ist dabei, Studiendaten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Bisphosphonaten in der Langzeittherapie bei Osteoporose-Patienten unter die Lupe zu nehmen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Rasche Mobilisation entscheidend

Fraktur im Alter: An Delir und Osteoporose denken!

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Barrierefreiheit ist Pflicht

So wird Ihre Praxiswebseite barrierefrei

Lesetipps
Ein Arzt schaut sich ein EGK an.

© Evgeniy Kalinovskiy / stock.adob

Beispiele zum Durchklicken

Auffälliges EKG: Was steckt hinter diesen 13 Fällen?

Ein roter Stift vor einem Taschenrechner.

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Einsparungen beschlossen

Wegen Spargesetz: KV Berlin ändert Honorarverteilung und streicht Förderung